ATR42-600 (Foto: ATR / BARTHE Pierre).
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Drohnenangriff auf Passagiermaschine am Flughafen Myitkyina in Myanmar

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Am Flughafen Myitkyina im Norden Myanmars ist es zu einem schweren Zwischenfall gekommen, bei dem eine Passagiermaschine der staatlichen Myanmar National Airlines (MNA) durch Drohnenbeschuss erheblich beschädigt wurde.

Berichten zufolge ereignete sich der Angriff gegen 20:12 Uhr Lokalzeit, während das Flugzeug vom Typ ATR 72-600 für einen Flug zum internationalen Flughafen Mandalay vorbereitet wurde. Die Passagiere befanden sich zum Zeitpunkt der Explosionen bereits im Boarding-Prozess. Augenzeugen und Medienberichten zufolge setzten die Angreifer mehrere Drohnen ein, von denen mindestens zwei das Flugzeug trafen. Diese waren offenbar mit Sprengköpfen ausgestattet, die denen von Panzerfäusten (RPG) ähneln.

In sozialen Netzwerken veröffentlichte Aufnahmen dokumentieren das Ausmaß der Zerstörung an der Turboprop-Maschine. Schwere Schäden sind insbesondere im vorderen Bereich nahe dem Cockpit sowie am hinteren Rumpf unterhalb des Leitwerks sichtbar, wo die Außenhaut des Flugzeugs förmlich durchsiebt wurde. Trotz der Schwere des Angriffs und der Tatsache, dass sich bereits Personen an Bord oder in unmittelbarer Nähe befanden, wurden nach derzeitigem Kenntnisstand keine Todesopfer oder Verletzten gemeldet. Der Vorfall unterstreicht jedoch die prekäre Sicherheitslage an regionalen Verkehrsknotenpunkten des Landes, die zunehmend in das Fadenkreuz bewaffneter Auseinandersetzungen geraten.

Hintergrund der Tat ist der andauernde Bürgerkrieg in Myanmar. Der Angriff wird der Kachin Independence Army (KIA) zugeschrieben, einer der einflussreichsten bewaffneten ethnischen Organisationen, die gegen die Zentralregierung kämpft. Ein Sprecher der KIA wies die Verantwortung für den gezielten Schlag gegen die zivile Infrastruktur jedoch offiziell zurück. Der Flughafen Myitkyina dient nicht nur dem zivilen Luftverkehr, sondern wird auch militärisch genutzt, was ihn zu einem strategischen Ziel in dem Konflikt macht. Die Regierungstruppen haben das Gebiet nach dem Vorfall weiträumig abgeriegelt und die Sicherheitsvorkehrungen an allen inländischen Flughäfen massiv verschärft.

Myanmar National Airlines betreibt eine Flotte von insgesamt acht ATR 72-600 sowie zwei geleasten Boeing 737-800, die das Rückgrat der nationalen Luftverbindung bilden. Der Ausfall einer Maschine dieses Typs stellt für die staatliche Fluggesellschaft einen erheblichen operativen Rückschlag dar, da Ersatzteile aufgrund internationaler Sanktionen schwer zu beschaffen sind. Der zivile Luftverkehr in Myanmar ist bereits seit dem Militärputsch im Jahr 2021 stark beeinträchtigt, wobei Angriffe auf Infrastruktureinrichtungen die ohnehin eingeschränkte Mobilität der Bevölkerung weiter erschweren.

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