Die Deutsche Lufthansa hat die Feierlichkeiten zu ihrem 100-jährigen Gründungsjubiläum mit einem optischen Höhepunkt auf der Langstrecke fortgesetzt. Am Mittwochabend traf der Airbus A380 mit der Registrierung D-AIMH am Flughafen München ein, nachdem das Flugzeug in Shannon, Irland, eine aufwendige Sonderlackierung erhalten hatte.
Das Design wird dominiert von einem tiefblauen Rumpf, einem 47 Meter langen stilisierten Kranich sowie den markanten Jahreszahlen „1926 | 2026“. Insgesamt arbeiteten 35 Spezialisten über einen Zeitraum von 34 Tagen an der Fertigstellung der Oberfläche, die mit über 4.000 Quadratmetern die Dimension von etwa 16 Tennisplätzen umfasst. Der Airbus wird ab März 2026 wieder in den regulären Liniendienst integriert und stellt das bisher größte Flugzeug in der Jubiläumsflotte dar.
Die Traditionsfluggesellschaft nutzt das Jubiläumsjahr, um insgesamt sieben Maschinen unterschiedlicher Typen mit diesem speziellen Erscheinungsbild auszustatten. Neben dem nun in München stationierten A380 befinden sich bereits ein Airbus A350-900, eine Boeing 787-9 und ein Airbus A320neo im Einsatz. In den kommenden Wochen sollen zudem eine Boeing 747-8 sowie ein fabrikneuer Airbus A350-1000 folgen. Um die wirtschaftliche Belastung für den Konzern gering zu halten, erfolgt die Umgestaltung primär im Rahmen turnusgemäßer Wartungsintervalle oder direkt bei der Erstauslieferung neuer Flugzeuge ab Werk. Damit reagiert das Management auf die Notwendigkeit einer effizienten Kostenstruktur, während gleichzeitig die Markenpräsenz an den Drehkreuzen Frankfurt und München gestärkt wird.
Hintergrund der Feierlichkeiten ist die Gründung der „Luft Hansa“ am 6. Januar 1926 durch den Zusammenschluss des Deutschen Aero Lloyd und der Junkers Luftverkehr. Obwohl die heutige Lufthansa AG rechtlich erst 1953 neu gegründet wurde, beruft sich der Konzern auf die historische Kontinuität der Marke und des Kranich-Symbols. Der Airbus A380 spielt in der aktuellen Strategie eine zentrale Rolle, da er aufgrund der hohen Nachfrage im Interkontinentalverkehr und Lieferverzögerungen bei neuen Flugzeugtypen wie der Boeing 777-9 reaktiviert wurde. Die Stationierung der A380-Teilflotte erfolgt exklusiv am Standort München, von wo aus Ziele in Nordamerika und Asien bedient werden.
Mit der Ankunft eines weiteren Airbus A320neo am Freitag wird die Jubiläumspräsenz am bayerischen Drehkreuz weiter komplettiert. Die Sonderlackierungen dienen nicht nur als Marketinginstrument, sondern sollen auch die Zusammengehörigkeit innerhalb des Konzerns nach den herausfordernden Jahren der Pandemie betonen. Branchenexperten werten die aufwendigen Lackierarbeiten als Zeichen für das wiedergewonnene Selbstbewusstsein der Airline. Während der A380 in der Vergangenheit bereits mehrfach vor dem Flottenaustritt stand, sichert ihm die aktuelle Marktlage und die Beliebtheit bei den Passagieren einen festen Platz im Flugplan bis zum Ende des Jahrzehnts.