Airbus A350 (Foto: Air France).
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Air France setzt Kuba-Verbindungen wegen Treibstoffmangels vorübergehend aus

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Die französische Fluggesellschaft Air France hat die vorübergehende Einstellung ihrer Flugverbindung zwischen dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle und der kubanischen Hauptstadt Havanna angekündigt.

Die Maßnahme tritt Ende März 2026 in Kraft und soll nach aktuellem Planungsstand bis Mitte Juni andauern. Als Grund nennt das Unternehmen einen massiven Mangel an Flugtreibstoff auf der Karibikinsel, der einen regulären und sicheren Flugbetrieb derzeit unmöglich macht. Die Airline plant, die Verbindung ab dem 15. Juni wieder aufzunehmen, sofern sich die Versorgungslage vor Ort stabilisiert hat. Betroffene Passagiere der drei wöchentlichen Verbindungen, die üblicherweise mit dem Boeing 787 Dreamliner durchgeführt werden, erhalten die Möglichkeit zur kostenlosen Umbuchung oder Erstattung.

Der Treibstoffengpass ist Teil einer tiefgreifenden Energiekrise in Kuba, die mittlerweile das gesamte nationale Luftfahrtwesen lähmt. Bereits seit Anfang Februar wurden internationale Fluggesellschaften darüber informiert, dass an den kubanischen Flughäfen, einschließlich des internationalen Flughafens José Martí in Havanna, kein Kerosin für Betankungen zur Verfügung steht. Dies zwang viele Anbieter dazu, kostspielige technische Zwischenstopps in Drittstaaten wie den Bahamas oder der Dominikanischen Republik einzulegen, um die Rückflüge sicherzustellen. Air France hat sich nun gegen diese logistisch aufwendige und wirtschaftlich belastende Zwischenlösung entschieden und den Betrieb vorerst komplett eingestellt.

Die Entscheidung der Air France steht in einer Reihe mit ähnlichen Maßnahmen anderer internationaler Carrier. Auch kanadische Ferienflieger und russische Fluggesellschaften haben ihre Kapazitäten nach Kuba aufgrund der prekären Versorgungslage und der allgemeinen wirtschaftlichen Instabilität des Landes bereits drastisch reduziert oder Flüge gestrichen. Neben dem Treibstoffmangel erschweren auch veraltete Infrastrukturen und logistische Probleme bei der Entladung von Tankschiffen die Situation. Da der Tourismus eine der wichtigsten Devisenquellen des Landes darstellt, bedeutet der Rückzug der europäischen Traditionsairline einen weiteren Rückschlag für die lokale Wirtschaft, die bereits unter einer galoppierenden Inflation leidet.

Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die Flugplanung für die Karibikregion im Jahr 2026 insgesamt volatiler geworden ist. Während benachbarte Destinationen wie die Dominikanische Republik oder Mexiko Rekordzahlen verzeichnen, gerät Kuba aufgrund der Versorgungsengpässe zunehmend ins Hintertreffen. Die Ankündigung der Wiederaufnahme Mitte Juni gilt in Branchenkreisen als vorsichtige Prognose, da eine grundlegende Besserung der kubanischen Energiebilanz kurzfristig nicht absehbar ist. Für Reisende bedeutet dies eine eingeschränkte Auswahl an Direktverbindungen aus Europa und die Notwendigkeit, auf alternative Drehkreuze auszuweichen.

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