Die belgische Regierung hat eine umfassende Rückholaktion für Touristen und Kurzzeitbesucher eingeleitet, die aufgrund der aktuellen Konflikte im Nahen Osten und der damit verbundenen Luftraumsperrungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in Katar feststecken.
Da Direktflüge aus der Krisenregion derzeit als zu riskant eingestuft werden, setzt Brüssel auf eine Kombination aus Landtransporten und Flügen über sichere Transitknotenpunkte. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die Evakuierung auf dem Landweg von Dubai und Abu Dhabi nach Maskat im Oman sowie von Doha ins saudi-arabische Riad. Von diesen stabilen Standorten aus sollen die betroffenen Staatsbürger entweder kommerzielle Linienflüge nutzen oder durch bereitgestellte Militärmaschinen weiterbefördert werden.
Für die logistische Unterstützung hat das belgische Verteidigungsministerium bereits militärische Transportkapazitäten mobilisiert. Zum Einsatz kommen zwei taktische Transportflugzeuge vom Typ Airbus A400M sowie ein Airbus A330 MRTT, der über eine Kapazität von rund 250 Passagieren verfügt. Diese Maschinen sind jedoch nicht für den direkten Rückflug nach Belgien aus der unmittelbaren Gefahrenzone vorgesehen, sondern dienen primär dem Transfer der Evakuierten zu sichereren Zwischenstationen wie dem ägyptischen Hurghada. Von dort aus wird von den Reisenden erwartet, dass sie ihre endgültige Heimreise eigenständig über kommerzielle Anbieter organisieren und finanzieren. Die Kosten für die militärischen Flugsegmente werden den Passagieren gemäß dem belgischen Konsulargesetz anteilig in Rechnung gestellt.
Die belgischen Behörden arbeiten bei dieser Operation eng mit europäischen Partnern zusammen, um Synergieeffekte zu nutzen. Erste Gruppen belgischer Staatsbürger konnten bereits mit Unterstützung der Niederlande via Amsterdam oder durch luxemburgische Evakuierungsbemühungen die Heimreise antreten. Priorität genießen derzeit Touristen und Personen mit dringendem medizinischem Bedarf, während in der Region ansässige belgische Residenten vorerst nachrangig behandelt werden. Um die Koordination der Buskonvois und Flugkapazitäten sicherzustellen, wurden alle Betroffenen aufgefordert, sich auf der staatlichen Plattform für Auslandsreisende zu registrieren.
Die Situation vor Ort bleibt jedoch volatil, da die Sicherheit der Überlandtransporte und die Verfügbarkeit von Korridoren im Luftraum ständig neu bewertet werden müssen. In den betroffenen Gebieten wie den Emiraten herrscht unter den Reisenden teilweise Unmut über die Kostenbeteiligung und die komplexen Ausreisemodalitäten. Dennoch sieht die belgische Regierung in der Verlagerung des Personenverkehrs in „sichere Drittstaaten“ wie den Oman oder Saudi-Arabien derzeit die einzige praktikable Lösung, um die Sicherheit ihrer Staatsangehörigen zu gewährleisten, solange die direkte zivile Luftfahrt in der Golfregion massiv eingeschränkt bleibt.