Die griechische Fluggesellschaft Aegean Airlines hat ihre ursprünglichen Pläne zur Übernahme von zwei Airbus A321XLR vorerst gestrichen. Mit diesen Flugzeugen beabsichtigte das Unternehmen, noch im Laufe des Jahres 2026 direkte Flugverbindungen von Athen in die indischen Metropolen Mumbai und Delhi aufzunehmen. Wie Eftichios Vassilakis, Präsident von Aegean Airlines, bestätigte, führten erhebliche Verzögerungen in der Lieferkette des Herstellers dazu, dass die Maschinen erst mit einer Verspätung von sieben bis acht Monaten einsatzbereit gewesen wären. Da die Auslieferung somit erst gegen Ende des Sommers oder im Herbst erfolgt wäre, entschied sich die Konzernleitung gegen die Übernahme dieser spezifischen Einheiten, um die operative Planungssicherheit zu wahren.
Trotz der Absage an die XLR-Variante hält die Fluggesellschaft an ihrer strategischen Ausrichtung fest, das Streckennetz in Richtung Zentralasien und den indischen Subkontinent zu erweitern. Als Ersatz beschafft Aegean Airlines zwei zusätzliche Airbus A321 Neo. Darüber hinaus wurde entschieden, zwei bereits bestehende Bestellungen für den A321 Neo in die Langstreckenversion A321 LR umzuwandeln. Diese Modifikation stellt sicher, dass die geplante Teilflotte für Langstreckenmissionen weiterhin sechs Flugzeuge umfassen wird. Die technische Konfiguration dieser Flugzeuge ermöglicht es der Fluglinie, Destinationen in einer Entfernung von bis zu 7.400 Kilometern zu bedienen, was für die geplanten Routen nach Indien sowie potenzielle Ziele in den Golfstaaten und Zentralafrika ausreicht.
Der geplante Markteintritt in Indien verzögert sich durch die notwendige Umplanung um etwa ein Jahr. Branchenexperten werten diesen Schritt als vorsichtige, aber notwendige Reaktion auf die weltweiten Kapazitätsengpässe bei Flugzeugherstellern und Triebwerksproduzenten. Aegean Airlines nutzt die gewonnene Zeit, um die Bodeninfrastruktur und die Vertriebskanäle in Indien weiter zu festigen. Die Entscheidung für den A321 LR statt der XLR-Version könnte zudem logistische Vorteile bieten, da die LR-Variante bereits länger am Markt etabliert ist und eine höhere Kompatibilität mit der bestehenden Wartungsinfrastruktur der Airline aufweist.
Für den Flughafen Athen bedeutet die Verschiebung der Indien-Routen einen vorübergehenden Stillstand beim Ausbau der interkontinentalen Konnektivität. Dennoch bleibt die Wachstumsstrategie von Aegean Airlines ambitioniert. Mit der neuen Flottenzusammensetzung zielt die Fluggesellschaft darauf ab, sich als Premium-Anbieter für längere Mittelstrecken zu positionieren und Passagieren aus Europa komfortable Umsteigeverbindungen über das Drehkreuz Athen anzubieten. Die finanzielle Stabilität des Unternehmens erlaubt es zudem, die Flottenmodernisierung konsequent voranzutreiben, um die Abhängigkeit von kurzfristigen Charterlösungen zu minimieren und die operative Eigenständigkeit zu stärken.