Ermittler des Zolls und der Kriminalpolizei haben am Flughafen Wien-Schwechat einen großangelegten Drogenschmuggel unterbunden. Bei einer routinemäßigen Kontrolle von Transitgepäck stießen die Beamten auf zwei Koffer, die insgesamt 32 Kilogramm Cannabiskraut enthielten.
Die Gepäckstücke befanden sich auf dem Weg von Bangkok über Wien nach Frankfurt am Main. Als Verantwortlicher für das Reisegepäck wurde ein 39-jähriger niederländischer Staatsbürger identifiziert und noch am Flughafen festgenommen. Der Verdächtige verweigerte während der ersten polizeilichen Einvernahme die Aussage und wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Korneuburg überstellt.
Dieser Aufgriff markiert eine Fortsetzung einer auffälligen Serie von Schmuggelversuchen über die österreichische Hauptstadt. In den vergangenen Monaten verzeichneten die Behörden am Flughafen Wien vermehrt Funde von Cannabis, die eine identische Route aufweisen. Die Drogen stammen dabei fast ausschließlich aus Thailand, wo die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich Cannabis in den letzten Jahren massiv gelockert wurden. Dies hat dazu geführt, dass kriminelle Netzwerke verstärkt Kuriere einsetzen, um die Ware im Reisegepäck auf Linienflügen nach Europa zu transportieren. Die Transitwege führen dabei oft über internationale Drehkreuze wie Wien, um die eigentliche Herkunft der Koffer bei der Ankunft am Zielort in der Europäischen Union zu verschleiern.
Sicherheitsanalysten und Zollbehörden beobachten mit Sorge, dass Wien zunehmend als Transitknotenpunkt für Drogentransporte aus Südostasien nach West- und Südeuropa fungiert. Die geplanten Zielorte der sichergestellten Lieferungen umfassen neben deutschen Großstädten auch Metropolen in Großbritannien und Italien. Aufgrund der hohen Frequenz an Passagieren und Gepäckstücken am Standort Schwechat versuchen Schmuggler, in der Masse unterzutauchen. Die österreichischen Behörden haben als Reaktion darauf die Kontrolldichte bei Flügen aus Hochrisikogebieten sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie Europol und thailändischen Sicherheitsorganen intensiviert.
Der aktuelle Marktwert der sichergestellten 32 Kilogramm Cannabis wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Trotz der Festnahmen bleibt die Rekrutierung von Kurieren für die Hintermänner ein lukratives Geschäft, da die Gewinnmargen beim Verkauf in Europa die Transportkosten und das Risiko eines Verlustes bei weitem übersteigen. Die Ermittlungen im Umfeld des festgenommenen Niederländers dauern an, wobei insbesondere die Auswertung von Kommunikationsdaten Aufschluss über die Auftraggeber des Schmuggels geben soll. Die Justiz bereitet derzeit die Anklage wegen des Verdachts auf schweren gewerbsmäßigen Suchtgiftpatei vor.