Die Deutsche Lufthansa hat einen entscheidenden Meilenstein bei der Einführung ihres neuen Kabinenkonzepts „Allegris“ erreicht. Seit dem 15. März 2026 verfügt die Fluggesellschaft über die behördliche Zertifizierung für 25 Business-Class-Sitze an Bord der Boeing 787-9. Den Auftakt machte die Maschine mit der Kennung D-ABPM auf der Strecke von Frankfurt nach Toronto.
Die weiteren acht Flugzeuge dieses Typs, die bereits mit der neuen Ausstattung versehen sind, werden laut Unternehmensangaben bis spätestens Mitte der Woche in den regulären Flugbetrieb integriert. Damit reagiert der Konzern auf die hohe Nachfrage nach dem modernisierten Bordprodukt, das nach umfangreichen Testphasen nun für den regulären Verkauf freigegeben wurde.
Mit dem bevorstehenden Wechsel auf den Sommerflugplan am 29. März 2026 weitet Lufthansa den Einsatz des Dreamliners mit Allegris-Konfiguration massiv aus. Zu den Zielorten ab Frankfurt gehören dann Metropolen wie Shanghai, Kapstadt und Hongkong sowie bestehende Verbindungen nach Bogota und Austin. Im weiteren Verlauf des Jahres sollen ab Juni auch die US-Drehkreuze New York JFK und Los Angeles sowie ab Juli die indische Hauptstadt Delhi bedient werden. Bis Ende 2027 plant die Fluggesellschaft, insgesamt 29 Maschinen des Typs Boeing 787-9 in Dienst zu stellen, um die Langstreckenflotte technologisch zu modernisieren und die Produktkonsistenz auf globalen Routen zu erhöhen.
Reisende haben ab sofort die Möglichkeit, bei der Buchung gezielt zwischen verschiedenen Sitzkategorien innerhalb der Business Class zu wählen. Während der „Classic Seat“ ohne zusätzliche Gebühren reserviert werden kann, führt Lufthansa für Sitze mit besonderem Komfortmerkmalen ein Aufpreismodell ein. Dazu zählen unter anderem Suiten mit höherer Privatsphäre, Plätze mit erweitertem Stauraum oder das „Extra Long Bed“, das eine Liegefläche von 2,20 Metern bietet. Diese Differenzierung der Preisstruktur ist Teil einer umfassenden Strategie, um individuelle Kundenbedürfnisse im Premiumsegment besser zu bedienen und gleichzeitig zusätzliche Erlöspotenziale im Ticketverkauf zu erschließen.
Die technische Integration der Allegris-Kabine in die Boeing-Flotte war in der Vergangenheit von Lieferverzögerungen und langwierigen Zulassungsverfahren geprägt. Mit der nun erfolgten Freigabe der Plätze stabilisiert Lufthansa den operativen Betrieb ihrer modernsten Langstreckenflugzeuge. Die zehn bereits ausgelieferten werksneuen Maschinen bilden das Rückgrat für die Kapazitätserweiterung auf wichtigen Interkontinentalstrecken. Branchenexperten werten die vollständige Zertifizierung als notwendigen Schritt, um im Wettbewerb mit internationalen Premium-Airlines, insbesondere aus dem arabischen und asiatischen Raum, die eigene Marktposition im Hochpreissegment zu festigen.