Blick aus dem Fenster eines Airbus A318 (Foto: Robert Spohr).
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Wetterdrohnen schließen Datenlücke in der unteren Atmosphäre

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Zum Internationalen Weltwettertag am 23. März rückt die technologische Erschließung der unteren Atmosphäre in den Fokus der Meteorologie. Das Schweizer Unternehmen Meteomatics adressiert dabei den sogenannten blinden Fleck der Wetterbeobachtung, der sich zwischen bodennahen Messstationen und Satellitendaten erstreckt.

Während Satelliten großräumige Strukturen erfassen, fehlen in den unteren Luftschichten bis 6.000 Meter Höhe oft hochaufgelöste Vertikalprofile. Da sich jedoch genau hier entscheidende Prozesse für lokale Phänomene wie Nebelbildung, Gewitter oder Starkregen abspielen, gewinnen automatisierte Drohnensysteme, sogenannte Meteodrones, zunehmend an Bedeutung für die Präzision moderner Vorhersagemodelle.

Die autonom agierenden Fluggeräte erfassen während des Aufstiegs kontinuierlich physikalische Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Windgeschwindigkeit. Diese Daten fließen direkt in hochauflösende Rechenmodelle ein, darunter das EURO1k-Modell, das Europa mit einer Rasterweite von lediglich einem Kilometer abbildet. Im Vergleich zu herkömmlichen Wetterballons, die als Einwegsysteme nach dem Aufstieg verloren gehen, bieten die Drohnen den Vorteil der Mehrfachverwendbarkeit und einer exakteren räumlichen Steuerung. In der Schweiz sind bereits zehn dieser Systeme im Einsatz, um unter anderem die logistisch kritische Vorhersage von Nebelfeldern für die Luftfahrt und den Straßenverkehr zu optimieren.

International weitet sich die Nutzung dieser Technologie rasant aus. In Norwegen wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut NORCE ein landesweites Netzwerk aus rund 30 Drohnenstationen, den sogenannten Meteobases, aufgebaut. Angesichts der komplexen Topografie mit Fjorden und Gebirgen stoßen klassische Messverfahren dort oft an ihre Grenzen. Die erhobenen Daten sind für die Steuerung der Infrastruktur und die Energiewirtschaft von hohem Wert. Auch die Wissenschaft nutzt die präzisen Messflüge: Die ETH Zürich setzt die Drohnen ein, um die Mikrophysik von Wolken und die Wechselwirkungen zwischen Aerosolen und der Atmosphäre zu untersuchen, was die Grundlage für künftige Klima- und Wetteranalysen verbessert.

Geleitet wird das in St. Gallen ansässige Unternehmen von Gründer und CEO Dr. Martin Fengler. Seit der Gründung im Jahr 2012 hat sich Meteomatics zu einem führenden Anbieter für Wetter-Intelligence entwickelt und bedient über 600 Kunden aus Branchen wie der Energieversorgung, Versicherungswirtschaft und Automobilindustrie. Die Integration von Drohnendaten markiert einen Paradigmenwechsel in der Wetterbeobachtung, da sie eine Brücke zwischen punktuellen Bodenmessungen und der weit entfernten orbitalen Überwachung schlägt. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Treffsicherheit bei hyperlokalen Prognosen, die für industrielle Planungsprozesse und die allgemeine Sicherheit im Verkehrswesen unerlässlich sind.

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