Der griechische Tourismus setzt seinen Wachstumskurs zu Beginn des Jahres 2026 mit einer deutlichen Steigerung der Einnahmen fort. Nach aktuellen Daten der Bank von Griechenland stiegen die Tourismuserlöse im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 58,4 Prozent auf insgesamt 473,3 Millionen Euro.
Dieser Zuwachs resultiert sowohl aus einer höheren Anzahl an Ankünften als auch aus gestiegenen Ausgaben pro Kopf. Während die Zahl der Besucher um 33,3 Prozent auf 1,09 Millionen anstieg, kletterten die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise um 19,1 Prozent. Dieser starke Jahresauftakt folgt auf ein historisches Rekordjahr 2025, in dem Griechenland Gesamteinnahmen von 23,6 Milliarden Euro im Tourismusbereich generieren konnte.
Besonders auffällig ist die Verschiebung der Reiseströme und Herkunftsmärkte. Während die Einnahmen aus den EU-Staaten um 55,6 Prozent auf 224,3 Millionen Euro wuchsen, verzeichneten die Märkte außerhalb der Europäischen Union ein noch stärkeres Plus von 61,8 Prozent. Ein bemerkenswertes Wachstum zeigten Reisende aus dem Vereinigten Königreich: Trotz eines Rückgangs der Ankunftszahlen um 14,5 Prozent stiegen die Einnahmen aus diesem Markt um beeindruckende 138,4 Prozent auf 54 Millionen Euro. Auch der US-amerikanische Markt erwies sich als stabilisierend; hier stiegen sowohl die Besucherzahlen um 37,7 Prozent als auch die Einnahmen auf 64,9 Millionen Euro an. Im Gegensatz dazu verzeichnete der deutsche Markt, traditionell eine der wichtigsten Säulen, einen leichten Rückgang der Einnahmen um 9,5 Prozent auf 36,9 Millionen Euro.
Die Art der Einreise hat sich im Januar 2026 ebenfalls gewandelt. Während der Flugverkehr ein moderates Plus von 12 Prozent verzeichnete, explodierte der grenzüberschreitende Straßenverkehr mit einem Zuwachs von 87,4 Prozent. Experten führen dies auf eine verstärkte Nachfrage aus den Nachbarländern und eine generelle Attraktivität Griechenlands als Ganzjahresziel außerhalb der klassischen Sommermonate zurück. Die positive Reisebilanz weist einen Überschuss von 234 Millionen Euro aus, was mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts darstellt. Diese Netto-Reiseeinnahmen tragen maßgeblich zum Ausgleich des griechischen Handelsbilanzdefizits bei und unterstreichen die ökonomische Relevanz des Dienstleistungssektors für die nationale Wirtschaft.
Zusätzliche Marktanalysen deuten darauf hin, dass die Diversifizierung des touristischen Angebots, etwa durch Städtereisen nach Athen und Thessaloniki oder Wintertourismus in den Bergregionen, die Abhängigkeit vom reinen Badeurlaub verringert. Die griechische Regierung und die Hotelverbände investieren verstärkt in die Infrastruktur, um die Kapazitäten für die Nebensaison zu erweitern. Trotz regionaler Preisanstiege bleibt die Nachfrage stabil, was auf eine hohe Markenloyalität internationaler Reisender hindeutet. Für das Gesamtjahr 2026 wird in Branchenkreisen mit einer weiteren Festigung der Marktposition Griechenlands im Mittelmeerraum gerechnet, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Hauptherkunftsländern stabil bleiben.