Die Regierung des Oman hat die vollständige Übernahme des Billigfliegers Salam Air vollzogen. Wie das Ministerium für Transport, Kommunikation und Informationstechnologie am Donnerstag offiziell mitteilte, zielt dieser strategische Schritt darauf ab, die Position der Fluggesellschaft innerhalb der nationalen Wirtschaft zu festigen.
Durch die staatliche Kontrolle soll insbesondere der Tourismussektor sowie damit verbundene Wirtschaftszweige gestärkt werden. Die Transaktion erfolgt vor dem Hintergrund einer umfassenden Neuordnung des omanischen Luftverkehrssektors, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes als regionales Drehkreuz zu erhöhen.
Ein zentraler Aspekt der Übernahme ist die engere Verzahnung mit der staatlichen Flaggschiff-Airline Oman Air. Das Ministerium betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen künftig deutlich intensiviert werden soll, um betriebliche Effizienzen zu steigern und unnötige Überschneidungen im Streckennetz zu eliminieren. Trotz der gemeinsamen staatlichen Eigentümerstruktur wurde klargestellt, dass sowohl Oman Air als auch Salam Air weiterhin als eigenständige Marken am Markt auftreten werden. Während Oman Air sich auf das Premium-Segment und Langstreckenverbindungen konzentriert, soll Salam Air primär das Segment der preisbewussten Reisenden auf Kurz- und Mittelstrecken bedienen.
Zusätzliche Marktanalysen deuten darauf hin, dass diese Verstaatlichung Teil der langfristigen „Oman Vision 2040“ ist, die eine Diversifizierung der Einnahmequellen vorsieht. Branchenexperten weisen darauf hin, dass Salam Air in den letzten Jahren ihre Flotte, bestehend aus Airbus A320neo und A321neo, kontinuierlich ausgebaut hat, um Ziele im Nahen Osten, Asien und Ostafrika zu erschließen. Die Integration in ein staatlich koordiniertes Luftverkehrskonzept ermöglicht es nun, die Kapazitäten am internationalen Flughafen von Maskat besser zu steuern und gegen die starke Konkurrenz durch Billigflieger aus den Nachbarstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saudi-Arabien zu bestehen.
Die wirtschaftliche Neuausrichtung umfasst zudem eine Optimierung der Bodenabfertigung und technischer Dienstleistungen, die künftig zwischen den beiden Gesellschaften geteilt werden könnten. Durch die Reduzierung von Parallelstrukturen verspricht sich die omanische Führung eine Entlastung des Staatshaushalts bei gleichzeitiger Steigerung der Passagierzahlen. Analysten erwarten, dass in einem nächsten Schritt die Flugpläne beider Airlines so synchronisiert werden, dass Salam Air verstärkt als Zubringer für die internationalen Langstrecken von Oman Air fungiert, ohne dabei ihr Profil als Low-Cost-Carrier zu verlieren.