Die Ferienfluggesellschaft Tuifly führt zum 1. Mai 2026 eine grundlegende Neugestaltung ihrer Handgepäckrichtlinien ein. Passagiere, die ihre Reise nach dem 30. März 2026 buchen oder ab dem Stichtag im Mai abheben, müssen sich auf deutlich restriktivere Vorgaben einstellen.
Im Basis-Tarif ist künftig lediglich ein kleines persönliches Gepäckstück mit den maximalen Abmessungen von 40 × 30 × 20 Zentimetern enthalten, das unter dem Vordersitz verstaut werden muss. Größere Trolleys oder Taschen für die Überkopfablage, die bisher oft kostenfrei inkludiert waren, werden fortan als aufpreispflichtige Zusatzleistung behandelt. Damit gleicht die Fluggesellschaft ihr Gebührenmodell an das Niveau bekannter Low-Cost-Carrier an, um die Basistarife wettbewerbsfähig zu halten und Zusatzeinnahmen durch Nebenleistungen zu generieren.
Von der Neuregelung ausgenommen sind Reisende, die ihren Flug im Rahmen einer klassischen Pauschalreise gebucht haben, sowie Kunden des „Fly Deluxe“-Tarifs. Diese Personengruppen dürfen weiterhin neben dem kleinen persönlichen Gegenstand einen größeren Koffer für die Kabine mitführen, sofern dieser das Maximalgewicht von zehn Kilogramm und die Maße 55 × 40 × 20 Zentimeter nicht überschreitet. Für alle anderen Passagiere bedeutet die Änderung eine faktische Preiserhöhung, falls sie auf herkömmliches Handgepäck angewiesen sind. Tuifly stellt klar, dass nicht genutztes Handgepäckkontingent nicht auf das aufgegebene Reisegepäck angerechnet werden kann. Zudem haben Kleinkinder unter zwei Jahren keinen Anspruch auf ein eigenes Freigepäckstück in der Kabine.
Um die Einhaltung der neuen Regeln sicherzustellen, kündigt das Unternehmen verschärfte Kontrollen an den Abflug-Gates an. Gepäckstücke, welche die vorgegebenen Maße oder Gewichtsgrenzen überschreiten, werden kostenpflichtig in den Frachtraum verladen. Lediglich in Fällen, in denen die Staufächer in der Kabine trotz Einhaltung der Regeln bereits voll besetzt sind, erfolgt eine kostenlose Verladung im Frachtraum. Bestehende Buchungen, die vor dem 30. März 2026 getätigt wurden, genießen Bestandsschutz; für diese Passagiere gelten weiterhin die alten, großzügigeren Bedingungen, sofern der Abflugtermin vor der endgültigen Systemumstellung liegt. Diese Maßnahme dient laut Branchenkennern auch der Beschleunigung des Boarding-Prozesses, da weniger sperrige Gegenstände in der Kabine verstaut werden müssen.
Wirtschaftlich reiht sich Tuifly mit diesem Schritt in einen breiten Branchentrend ein. Während früher bei Ferienfliegern umfangreiches Handgepäck als Standard galt, setzen immer mehr Airlines auf eine Entkoppelung der Leistungen. Die Einführung der Gebühren ermöglicht es der Fluggesellschaft, die operativen Kosten pro Sitzplatz transparenter zu gestalten und Passagieren, die mit minimalem Gepäck reisen, günstigere Einstiegspreise anzubieten. Gleichzeitig erhöht der Konzern damit seine Marge im Segment der Individualbuchungen. Experten weisen darauf hin, dass die konsequente Durchsetzung der Maße an den Flughäfen personelle Ressourcen bindet, jedoch die Pünktlichkeit der Abflüge durch reduzierte Suchzeiten nach Stauraum im Flugzeug positiv beeinflussen kann.