In der österreichischen Bundeshauptstadt wird mit „Tasting Movies“ ein neues Unterhaltungsformat eingeführt, das die Bereiche Film und Gastronomie zusammenführt.
Bei diesem als Cine-Dining bezeichneten Konzept wird dem Publikum während der Vorführung eines Films ein mehrgängiges Menü serviert, dessen einzelne Speisen zeitlich und inhaltlich exakt auf die Szenen auf der Leinwand abgestimmt sind. Die Premiere findet im traditionsreichen Hotel Stefanie statt, das als ältestes Hotel Wiens über eine Geschichte verfügt, die bis in das Jahr 1600 zurückreicht. Ziel der Kooperation zwischen dem Gründer Clemens Polszter und der Schick Hotels Gruppe ist es, das kulturelle und kulinarische Angebot der Stadt um eine innovative Facette zu erweitern.
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe wurde der Animationsfilm „Ratatouille“ gewählt. Die Handlung, die in der Pariser Gastrowelt spielt, dient als Vorlage für eine entsprechende Menüfolge, die synchron zu den Höhepunkten der Filmhandlung gereicht wird. Branchenexperten sehen in solchen Formaten eine Reaktion auf den wachsenden Trend zu Erlebnisgastronomie, bei der die reine Nahrungsaufnahme durch zusätzliche sensorische Reize ergänzt wird. Das Hotel Stefanie nutzt für die Inszenierung seine historischen Räumlichkeiten, um einen Kontrast zwischen imperialem Ambiente und moderner Veranstaltungstechnik zu schaffen.
Hinter dem Projekt steht die Schick Hotels Gruppe unter der Leitung von Alexander Schick. Das Familienunternehmen, das rund 170 Mitarbeiter beschäftigt und fünf Vier-Sterne-Häuser in Wien betreibt, setzt mit diesem Format auf eine stärkere Verzahnung von Tourismus und lokalem Entertainment. Die technische Herausforderung bei diesem Konzept liegt insbesondere in der Logistik der Küche, da das Servieren der Gänge sekundengenau auf die Filmprojektion abgestimmt sein muss, um die gewünschte Wirkung beim Gast zu erzielen. Weitere Termine und Filmklassiker sollen das Programm in den kommenden Monaten ergänzen und so eine dauerhafte Plattform für diese Form der Unterhaltung etablieren.
Die Markteinführung von „Tasting Movies“ erfolgt in einer Phase, in der die Wiener Hotellerie verstärkt auf Nischenangebote setzt, um sich im Wettbewerb zu differenzieren. Während klassische Kinos zunehmend mit Streaming-Diensten konkurrieren, bieten hybride Veranstaltungen wie diese einen physischen Mehrwert, der digital nicht reproduzierbar ist. Durch die Kombination von visuellen Eindrücken mit Geruchs- und Geschmackssinn wird eine neue Form der Immersion angestrebt, die über den herkömmlichen Kinobesuch hinausgeht und gezielt ein Publikum anspricht, das Wert auf gehobene Kulinarik und kulturelle Inszenierung legt.