Der Flughafen Brüssel hat im März 2026 eine Bilanz vorgelegt, die trotz erheblicher operativer Hindernisse ein leichtes Wachstum aufweist. Insgesamt wurden 1.767.797 Fluggäste registriert, was einer Steigerung von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da der Flughafen mit massiven Ausfällen konfrontiert war: Ein nationaler Streik am 12. März, der sich gegen Sparmaßnahmen der belgischen Regierung richtete, zwang den Airport zur Annullierung von 359 Flügen. Rund 30.000 Passagiere waren von diesem Arbeitskampf betroffen, der vor allem den externen Sicherheitsdienst lähmte.
Zusätzlich belastete die geopolitische Lage im Nahen Osten das Ergebnis. Aufgrund des anhaltenden Konflikts wurden Verbindungen nach Tel Aviv und Doha vollständig gestrichen, während Kapazitäten nach Dubai und Abu Dhabi deutlich reduziert wurden. Diese Ausfälle summierten sich auf einen Verlust von schätzungsweise 50.000 Passagieren. Dennoch konnte der Flughafen durch die Akquise neuer Partner und Streckenausweitungen gegensteuern. Air China verstärkte seine Präsenz mit neuen Direktflügen nach Peking und Chengdu, während die spanische Volotea Brüssel nun mit Oviedo verbindet. Auch Royal Air Maroc erweiterte ihr Portfolio um Flüge nach Tetouan, was die Bedeutung Marokkos als eines der zehn wichtigsten Zielländer unterstreicht.
Im Frachtsektor verzeichnete der Brüsseler Flughafen ein robustes Wachstum. Das gesamte Frachtaufkommen stieg um 8,8 Prozent auf über 74.000 Tonnen. Besonders das Segment der reinen Frachtflugzeuge legte mit einem Plus von 14,1 Prozent kräftig zu, was primär auf erhöhte Frequenzen nach Asien und Lateinamerika zurückzuführen ist. Interessanterweise verzeichnete der Lkw-Frachtverkehr einen Zuwachs von fast 30 Prozent, was den Rückgang der Beiladefracht in Passagiermaschinen – verursacht durch die Flugstreichungen in den Nahen Osten – kompensierte. Asien bleibt dabei die wichtigste Region sowohl für den Import als auch für den Export.
Die betriebliche Effizienz des Flughafens zeigt sich in der gestiegenen Auslastung der Maschinen. Obwohl die Zahl der Flugbewegungen insgesamt leicht um 0,7 Prozent sank, stieg die durchschnittliche Anzahl der Passagiere pro Flug auf 139 Personen an. Dies entspricht einem Zuwachs von vier Passagieren pro Start gegenüber dem März 2025. Das Segment der Umsteigepassagiere hielt sich stabil bei 17 Prozent, wobei Brüssel weiterhin als wichtiges Drehkreuz für Verbindungen nach Afrika und Nordamerika fungiert. Zu den beliebtesten Destinationen zählten neben den südeuropäischen Klassikern Spanien und Italien auch Deutschland und die Vereinigten Staaten.