Am Flughafen Zürich wurde am 14. April 2026 der offizielle Startschuss für ein bedeutendes Infrastrukturprojekt im Westen des Areals gegeben. Die Flughafen Zürich AG investiert rund 100 Millionen Schweizer Franken in den Bau eines neuen Terminals für die General Aviation, das künftig den gesamten Geschäftsreise- und Privatflugverkehr abwickeln soll.
Das Vorhaben umfasst neben einem modernen Abfertigungsgebäude einen weitläufigen Hangar sowie spezifische Vorfeldbereiche. Grund für den Neubau ist die Erreichung der Kapazitätsgrenzen und das Ende des Lebenszyklus der bisherigen Einrichtungen im Osten des Flughafens. Zudem erfordert ein zentrales Sicherheitsprojekt, die sogenannte Umrollung der Pisten, eine räumliche Neugestaltung des Geländes. Die neue Infrastruktur soll den gestiegenen Anforderungen an Stellflächen für größere Flugzeugtypen gerecht werden und durch die unmittelbare Nähe zum Heliport die Prozesse für Passagiere und Dienstleister signifikant beschleunigen. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2028 geplant.
Notwendigkeit der räumlichen Neuausrichtung
Die bestehende Infrastruktur für die General Aviation im östlichen Teil des Flughafens Zürich genügt den modernen Anforderungen der Luftfahrtindustrie nicht mehr. In den vergangenen Jahren hat sich das Segment der Geschäftsreisefliegerei stark gewandelt. Es kommen vermehrt größere und technisch anspruchsvollere Flugzeugtypen zum Einsatz, für die die vorhandenen Hangarflächen weder ausreichend dimensioniert noch in genügender Anzahl vorhanden sind. Die bauliche Substanz im Osten hat zudem das Ende ihrer wirtschaftlichen und technischen Nutzungsdauer erreicht, was eine umfassende Erneuerung unumgänglich macht.
Ein weiterer entscheidender Faktor für den Umzug in den Westen ist das Sicherheitsprojekt der Umrollung. Dieses Projekt dient der Optimierung der Rollwege am Boden, um Kreuzungen von startenden und landenden Flugzeugen zu minimieren und so die allgemeine Betriebssicherheit des Flughafens zu erhöhen. Da die geplanten Rollwege genau durch das Gebiet der heutigen General-Aviation-Einrichtungen führen werden, schafft der Neubau im Westen den notwendigen Platz für diese sicherheitsrelevante Umgestaltung des Pistensystems.
Leistungsmerkmale der Zone West
Die neue Infrastruktur in der Zone West wurde konsequent auf die Bedürfnisse von Business-Aviation-Dienstleistern und deren Kunden zugeschnitten. Ein zentrales Element ist der neue Hangar, der speziell für die Unterbringung und Wartung moderner Großraum-Businessjets konzipiert wurde. Das dazugehörige Terminalgebäude wird großzügige Flächen für die Passagierabfertigung bieten, die auf maximale Diskretion und Effizienz ausgelegt sind. Neben den Abfertigungsbereichen sind moderne Büroräumlichkeiten für die vor Ort tätigen Dienstleister und Behörden vorgesehen.
Ein wesentlicher Vorteil des neuen Standorts ist die logistische Anbindung innerhalb des Flughafengeländes. Die Nähe zum bereits bestehenden Heliport wird es Passagieren ermöglichen, in kürzester Zeit zwischen Hubschraubern und Flächenflugzeugen umzusteigen. Landseitig wird das neue Areal über eine Verlängerung der Rohrstrasse erschlossen. Hier entstehen zudem umfangreiche Parkmöglichkeiten für Fluggäste und das Flughafenpersonal, wodurch eine reibungslose An- und Abreise gewährleistet wird.
Struktur und Entwicklung des Flughafenareals
Die Zone West umfasst eine Fläche von rund 16,8 Hektaren und befindet sich vollständig im Besitz der Flughafen Zürich AG. Die Nutzung dieser Fläche ist im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) präzise definiert. Das SIL-Objektblatt sieht für diesen Bereich explizit Vorfelderweiterungen, Bauten für die Abfertigung sowie Gebäude für den Flugzeug- und Flughafenunterhalt vor. Damit bildet die Zone West eine der wichtigsten Landreserven für die operative Entwicklung des Flughafens.
Der Bau des General Aviation Terminals ist dabei nur ein Baustein einer umfassenden Entwicklungsstrategie für diesen Sektor. Bereits vor dem aktuellen Baustart wurden in der Zone West 14 neue Flugzeugstandplätze fertiggestellt, um die Parkkapazitäten des Flughafens kurzfristig zu entlasten. Weitere Projekte für Logistik- und Unterhaltsbauten befinden sich derzeit in unterschiedlichen Planungsstadien. Die Konzentration dieser Dienstleistungen im Westen erlaubt es dem Flughafen, die verschiedenen Verkehrsströme – den Linienverkehr im Zentrum und Osten sowie die General Aviation im Westen – besser voneinander zu trennen und damit die Gesamteffizienz des Hubs zu steigern.
Wirtschaftliche Bedeutung und Zeitplan
Mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Franken unterstreicht die Flughafen Zürich AG die wirtschaftliche Bedeutung der General Aviation für den Standort Zürich. Der Bereich des Privat- und Geschäftsreiseverkehrs generiert eine hohe Wertschöpfung und ist ein wichtiger Standortfaktor für den Wirtschaftsraum Zürich sowie für die gesamte Schweiz als internationaler Finanz- und Unternehmensplatz. Die Bereitstellung einer zeitgemäßen Infrastruktur sichert die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen europäischen Metropolflughäfen.
Der Zeitplan für das Projekt ist ambitioniert. Nach dem Baustart im April 2026 werden zunächst die Erschließungsarbeiten und die Fundamentlegung im Vordergrund stehen. Die Hochbauphase für das Terminal und den Hangar wird den Großteil des kommenden Jahres beanspruchen. Sofern der Baufortschritt planmäßig verläuft, sollen die ersten Flugzeuge im Frühjahr 2028 im neuen Bereich abgefertigt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die alte Infrastruktur im Osten in Betrieb, um einen nahtlosen Übergang für alle Beteiligten zu gewährleisten.