Boeing 787 (Foto: Granit Pireci).
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Air Canada streicht Flugverbindungen infolge massiv gestiegener Kerosinkosten

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Die kanadische Nationalfluggesellschaft Air Canada hat die Aussetzung von sechs Flugrouten und eine allgemeine Reduzierung ihrer Kapazitäten angekündigt. Grund für diesen Schritt sind die drastisch gestiegenen Preise für Flugkraftstoff, die im Zusammenhang mit den anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten stehen.

Seit Ausbruch des Konflikts im Iran haben sich die Kerosinkosten nach Angaben des Unternehmens mehr als verdoppelt, wodurch der Betrieb bestimmter Strecken wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist. Die Kürzungen betreffen sowohl innerkanadische als auch grenzüberschreitende Verbindungen, darunter Flüge von Toronto und Montreal zum New Yorker Flughafen John F. Kennedy sowie die geplante Verbindung zwischen Montreal und Guadalajara.

Die betrieblichen Anpassungen machen etwa ein Prozent der gesamten Jahreskapazität der Fluggesellschaft aus. Air Canada betont, dass es sich um gezielte Streichungen handelt, um die Profitabilität des Gesamtnetzwerks zu sichern. Während Verbindungen nach Salt Lake City bis voraussichtlich 2027 pausieren, bleiben andere New Yorker Flughäfen wie LaGuardia und Newark weiterhin im Flugplan, um die Anbindung an die US-Metropole aufrechtzuerhalten. Passagiere, deren Flüge von den Maßnahmen betroffen sind, werden auf alternative Verbindungen umgebucht. Neben den Streichungen reagiert das Unternehmen, ähnlich wie der Konkurrent WestJet, mit der Einführung von Treibstoffzuschlägen auf den verbliebenen Routen.

Die Situation bei Air Canada ist Teil einer globalen Krise im Luftverkehrssektor. Die Internationale Energieagentur warnt bereits vor drohenden Treibstoffengpässen in Europa, die innerhalb weniger Wochen zu weiteren Flugausfällen führen könnten. Da Kerosin den größten variablen Kostenblock für Fluggesellschaften darstellt, führen die Preisspitzen weltweit zu Tariferhöhungen und dem Abbau unrentabler Flugverbindungen. Experten stufen die aktuelle Lage als eine der schwersten Treibstoffkrisen in der Geschichte der Luftfahrt ein, da nicht nur die Rohölpreise steigen, sondern auch die Raffineriekapazitäten und globalen Lieferketten erheblichen Störungen unterliegen.

Die kurzfristigen Aussichten für die Branche bleiben trotz zeitweiser Waffenruhen und der teilweisen Wiedereröffnung wichtiger Handelswege wie der Straße von Hormus ungewiss. Selbst bei einer Stabilisierung der politischen Lage könnten die erhöhten Betriebskosten aufgrund struktureller Defizite in der Kraftstoffversorgung über Jahre bestehen bleiben. Für Air Canada und andere Marktteilnehmer bedeutet dies eine dauerhafte Verschiebung der Prioritäten: Die Sicherung der Rentabilität tritt zunehmend vor die bloße Ausweitung des Streckennetzes. Dies könnte langfristig zu einer dauerhaften Verknappung des Flugangebots auf weniger stark frequentierten Routen führen.

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