Die nationale Fluggesellschaft Serbiens, Air Serbia, weitet ihr Streckennetz in Richtung Deutschland signifikant aus und reagiert damit auf strukturelle Veränderungen im europäischen Luftverkehrsmarkt.
Ab dem 22. Mai 2026 wird das Unternehmen eine neue Direktverbindung zwischen ihrem Drehkreuz in Belgrad und der bayerischen Landeshauptstadt München einrichten. Zum Einsatz kommt dabei ein Flugzeug des Typs Embraer E195, das mit seiner Kapazität von rund 120 Sitzplätzen als idealer Maschinentyp für die Bedienung von europäischen Mittelstrecken gilt. Mit diesem Schritt festigt die Airline ihre Position als wichtiger Akteur auf dem Balkan und sichert die Kontinuität im Reiseverkehr zwischen beiden Städten. Über die bevorstehende Neuaufnahme berichtete zunächst Ex-Yu-Aviation.com.
Der Hintergrund für diese kurzfristige Netzerweiterung ist die Betriebseinstellung von Lufthansa Cityline. Die Konzerntochter der Lufthansa hatte über Jahre hinweg den Großteil der Kapazitäten auf der Route München–Belgrad abgedeckt. Durch den Wegfall dieser Flüge entstand eine erhebliche Lücke im Angebot, die insbesondere für Geschäftsreisende und den ethnischen Reiseverkehr von großer Bedeutung ist. Air Serbia nutzt diese Marktchance, um die entstandene Kapazitätslücke zu füllen und Passagieren weiterhin nahtlose Umsteigeverbindungen über den Flughafen Nikola Tesla in Belgrad zu Zielen in Südosteuropa und im Nahen Osten anzubieten.
Zusätzliche Branchenanalysen verdeutlichen, dass Air Serbia derzeit eine massive Flottenmodernisierung durchläuft. Der Einsatz der Embraer E195, die oft über Wet-Lease-Partner oder durch die schrittweise Integration in die eigene Flotte betrieben wird, erlaubt der Fluggesellschaft eine höhere Flexibilität gegenüber den bisher eingesetzten größeren Airbus-Modellen oder kleineren Turboprops. Der Flughafen München profitiert ebenfalls von dieser Neuerung, da der Standort seine Rolle als zentrales Drehkreuz für Verbindungen nach Osteuropa behaupten kann, während Lufthansa intern ihre Regionalflottenstrukturen durch die Neugründung von City Airlines neu ordnet.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Route Belgrad–München ist aufgrund der engen Handelsbeziehungen zwischen Serbien und dem süddeutschen Raum als hoch einzustufen. Zahlreiche deutsche Unternehmen unterhalten Produktionsstätten in Serbien, was einen konstanten Bedarf an Flugverbindungen generiert. Air Serbia plant, die Frequenzen auf dieser Strecke je nach Buchungslage in den kommenden Monaten weiter anzupassen. Experten erwarten, dass der Wettbewerb auf dieser Route durch den Markteintritt des serbischen Flag-Carriers neu belebt wird, da nun ein direktes Konkurrenzangebot zu den verbliebenen Flügen der Lufthansa-Kernmarke besteht.