Dertour Group in Frankfurt (Foto: DER Touristik).
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Mark Tantz übernimmt die Führung von Dertour Österreich

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Die Führungsebene der Dertour Group steht vor einer bedeutenden personellen Zäsur. Inmitten einer Phase der Konsolidierung und strategischen Neuausrichtung innerhalb der europäischen Touristikbranche hat der Konzern einen entscheidenden Wechsel an der Spitze seiner österreichischen Landesgesellschaft angekündigt.

Mark Tantz, bislang als Chief Operating Officer für das operative Geschäft in Zentraleuropa verantwortlich, wird zum 1. Juni 2026 den Posten des Chief Executive Officer bei Dertour Österreich übernehmen. Diese Personalentscheidung markiert eine Abkehr von ursprünglichen Plänen, nach denen Tantz ab dem Sommer eine rein beratende Rolle für strategische Projekte einnehmen sollte. Der Auslöser für diese kurzfristige Planänderung ist die Ankündigung von Martin Fast, dem langjährigen Gesicht von Dertour in Österreich, sich Mitte 2027 in den Ruhestand zu verabschieden. Mit diesem Schritt sichert der Konzern einen geordneten Übergang an der Spitze der Wiener Zentrale und setzt gleichzeitig auf die langjährige Führungserfahrung eines Managers, der die operativen Strukturen in Deutschland maßgeblich geprägt hat.

Kontinuität und Übergangsmanagement in der Wiener Zentrale

Die Entscheidung, Mark Tantz bereits im Juni dieses Jahres nach Wien zu berufen, ist ein klares Signal für das Bestreben des Konzerns nach Stabilität. Martin Fast, der das Unternehmen seit fast drei Jahrzehnten entscheidend mitgestaltet hat, wird Tantz in einer Phase der Doppelspitze in die spezifischen Gegebenheiten des österreichischen Marktes einführen. Diese Form des Übergangsmanagements ist in der Touristikbranche bei Schlüsselpositionen üblich, um das Vertrauen der Partner im stationären Vertrieb sowie der großen Hotelketten nicht zu gefährden.

Für Mark Tantz bedeutet der Wechsel an die Donau eine Rückkehr in die volle operative Verantwortung eines Landesmarktes, nachdem er zuletzt als Group-Funktionär die Steuerung für ganz Zentraleuropa innehatte. Er bleibt in seiner neuen Funktion direkt Boris Raoul unterstellt, dem Group-CTO und CEO der Dertour Group für Deutschland und Österreich. Diese direkte Berichtslinie unterstreicht die enge Verzahnung zwischen der Frankfurter Zentrale und der österreichischen Tochtergesellschaft, die in den vergangenen Jahren durch Fusionen und Umstrukturierungen immer weiter vorangetrieben wurde.

Das Erbe von Martin Fast: Aufbau und Fusion

Um die Tragweite dieses Wechsels zu verstehen, ist ein Blick auf die Karriere von Martin Fast unerlässlich. Seit 1998 ist Fast in leitenden Funktionen für den Konzern tätig und gilt als einer der Architekten des modernen Pauschalreisenmarktes in Österreich. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement beim Aufbau von ITS Billa Reisen, einer Kooperation, die den Vertrieb von Urlaubsreisen über den Lebensmitteleinzelhandel revolutionierte und Dertour einen massiven Zugang zum Massenmarkt verschaffte.

Im Jahr 2020 übernahm Fast die Geschäftsführung von Dertour Austria in einer der schwierigsten Phasen der Luftfahrt- und Tourismusgeschichte. Unter seiner Leitung wurde 2023 die Fusion von Rewe Austria Touristik und Dertour Austria zur heutigen Dertour Austria GmbH vollzogen. Diese Konsolidierung war notwendig, um Synergien in der Verwaltung, im Einkauf und im Marketing zu heben und die Schlagkraft gegenüber großen Wettbewerbern wie der TUI Group zu erhöhen. Fast hinterlässt ein Unternehmen, das heute als einer der Marktführer im österreichischen Reisevertrieb fest verankert ist.

Herausforderungen für Mark Tantz im österreichischen Markt

Mark Tantz tritt sein Amt in einer Zeit an, in der sich die Reisegewohnheiten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rasant verändern. Der österreichische Markt zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Reisebüros und eine sehr loyale Kundschaft aus, die jedoch zunehmend preissensibel auf die gestiegenen Flug- und Hotelpreise reagiert. Tantz bringt hierfür beste Voraussetzungen mit: Mit über 15 Jahren Führungserfahrung im Konzern hat er die operative Steuerung des Veranstaltergeschäfts in Deutschland unter schwierigsten Bedingungen verantwortet.

Zu seinen Kernkompetenzen zählen neben dem Krisenmanagement auch die Steuerung des Fremdvertriebs und der Kundenservice. In Österreich wird es seine Aufgabe sein, die Digitalisierung der Vertriebskanäle weiter voranzutreiben, ohne die wichtige Bindung zum stationären Reisebüro zu verlieren. Das Ziel ist eine hybride Vertriebsstrategie, die sowohl die Online-Affinität jüngerer Zielgruppen bedient als auch die Beratungsqualität für komplexe Fernreisen und hochwertige Pauschalangebote sichert.

Operative Synergien zwischen Deutschland und Österreich

Die Ernennung eines erfahrenen deutschen Top-Managers zum CEO in Österreich lässt zudem auf eine noch engere operative Verzahnung der beiden Märkte schließen. In der Branche wird erwartet, dass IT-Systeme, Produktentwicklung und Marketingstrategien künftig noch stärker synchronisiert werden. Dies verspricht Kostenvorteile im Zentraleinkauf von Hotelkapazitäten und Flugkontingenten. Da Tantz die deutschen Strukturen in- und auswendig kennt, kann er als Brückenbauer fungieren, um österreichische Marktbesonderheiten in die Konzernstrategie einzubringen und gleichzeitig von den Skaleneffekten des deutschen Marktes zu profitieren.

Die Dertour Group, die als Teil der Rewe Group über ein enormes finanzielles Rückgrat verfügt, setzt damit konsequent ihren Weg fort, Management-Ressourcen dort einzusetzen, wo strategische Weichenstellungen für die kommenden Jahre anstehen. Der Fokus liegt dabei auf einer Steigerung der operativen Marge durch effizientere Prozesse im Hintergrund, während das Kundenerlebnis am Point of Sale verbessert werden soll.

Ausblick auf die Ära nach dem Wechsel

Der schrittweise Rückzug von Martin Fast bis Mitte 2027 gibt dem Unternehmen ausreichend Zeit, sich neu zu sortieren. Mark Tantz hat bereits angekündigt, gemeinsam mit dem Team in Wien neue Impulse setzen zu wollen. Dabei dürfte die Weiterentwicklung des Markenportfolios eine Rolle spielen. Nach der Umbenennung vieler Konzernmarken in Dertour im vergangenen Jahr geht es nun darum, die neue Markenidentität in den Köpfen der Konsumenten zu festigen.

Die Branche wird genau beobachten, wie Tantz die Balance zwischen Konzernvorgaben aus Frankfurt und lokaler Marktanpassung in Wien meistert. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen und ökonomische Volatilität den Tourismus jederzeit beeinflussen können, ist die Besetzung der CEO-Position mit einem Krisenmanager wie Tantz ein strategisches Statement. Die Weichen für Dertour Österreich sind gestellt, um auch in einem schwierigen Marktumfeld die Position als führender Qualitätsveranstalter zu behaupten.

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