Tankwagen (Foto: Robert Spohr).
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Europäische Regionalflughäfen durch Energiekrise und Regulierung unter Druck

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Die aktuelle Fachkonferenz des Flughafenverbands ACI Europe in Turin verdeutlicht die prekäre Lage der europäischen Regionalflughäfen.

Inmitten des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten sieht sich die Branche mit einer massiven Energiekrise konfrontiert, die den Betrieb kleinerer Standorte existenziell gefährdet. Besonders der drastische Anstieg der Kerosinpreise, die Anfang April 2026 Spitzenwerte von über 1800 US-Dollar pro Tonne erreichten, zwingt Fluggesellschaften zu einem restriktiven Kapazitätsmanagement. Da Strecken zu Regionalflughäfen oft eine hohe Preiselastizität aufweisen, ziehen Airlines ihre Kapazitäten dort zuerst ab, was durch die angekündigte Schließung der Lufthansa-Tochter CityLine unterstrichen wird.

Finanziell operieren viele kleine Standorte am Limit. Während größere Drehkreuze Passagierzuwächse von über 16 Prozent verzeichnen, liegt das Aufkommen bei kleinen Regionalflughäfen teilweise noch immer 30 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Die Einnahmen aus Flughafengebühren reichen oft nicht aus, um die strukturellen Fixkosten zu decken, zumal viele Betreiber hohe Rabatte gewähren müssen, um Fluggesellschaften überhaupt zu binden. Im Durchschnitt verbuchen diese Flughäfen einen Verlust von 2,64 Euro pro Passagier. Die Branche fordert daher eine Ausweitung staatlicher Betriebskostenbeihilfen, insbesondere für Standorte mit bis zu einer Million Passagieren pro Jahr, um die regionale Anbindung als Teil der kritischen Infrastruktur zu sichern.

Zusätzliche operative Hürden entstehen durch die schleppende Einführung des neuen Schengen-Ein- und Ausreisesystems (EES). Experten warnen vor erheblichen Verzögerungen an den Grenzkontrollen während der Sommersaison 2026, die insbesondere touristisch geprägte Regionalflughäfen vor logistische Herausforderungen stellen. Der Verband ACI Europe fordert die politischen Entscheidungsträger auf, die vollständige Aussetzung des EES bei unzumutbaren Wartezeiten zu ermöglichen. Zudem wird die Abschaffung nationaler Luftfahrtsteuern verlangt, um die Branche während der aktuellen Energiekrise zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit des EU-Binnenmarktes nicht durch zusätzliche fiskalische Lasten zu schwächen.

Trotz dieser Widrigkeiten bleibt die strategische Bedeutung der Regionalflughäfen für den europäischen Zusammenhalt hoch, da sie rund 35 Prozent der Flugverbindungen auf dem Kontinent abwickeln. Um die Zukunftsfähigkeit zu sichern, drängt der Sektor auf die Förderung neuer Antriebstechnologien. Der Fahrplan der Allianz für emissionsfreie Luftfahrt (AZEA) sieht den verstärkten Einsatz von Hybrid- und Elektroflugzeugen vor, die aufgrund ihrer Reichweitenprofile ideal für das regionale Netz geeignet sind. Die Umsetzung dieser technologischen Transformation erfordert jedoch stabile politische Rahmenbedingungen und eine gezielte Unterstützung bei den Investitionskosten für die notwendige Bodeninfrastruktur an kleineren Standorten.

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