Die Fraport AG hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einer positiven operativen Bilanz abgeschlossen. Trotz der Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten und zahlreicher Streiktage im Frühjahr stieg das operative Ergebnis (EBITDA) um 10,4 Prozent auf 196 Millionen Euro.
Dieser Zuwachs wurde primär durch ein robustes Passagierwachstum an fast allen Standorten sowie durch Preisanpassungen bei den Flughafengebühren in Frankfurt getragen. Während der Verkehr in den Nahen Osten kriegsbedingt zurückging, konnte der Flughafenbetreiber dies durch eine verstärkte Nachfrage auf Routen nach Fernost kompensieren.
Obwohl die Umsatzerlöse bereinigt um Bau- und Erweiterungsmaßnahmen auf über 853 Millionen Euro kletterten, verzeichnete der Konzern unter dem Strich ein negatives Nettoergebnis von minus 33,1 Millionen Euro. Dieser Rückgang um 6,7 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus gestiegenen Abschreibungen und höheren Zinsaufwendungen. Ursächlich hierfür sind abgeschlossene Großprojekte im internationalen Portfolio, insbesondere die massiven Kapazitätserweiterungen an den Standorten Lima in Peru und Antalya in der Türkei. Diese Investitionen belasten das Konzernergebnis kurzfristig, legen jedoch das Fundament für die langfristige Wachstumsstrategie des Betreibers.
International zeigten sich vor allem die lateinamerikanischen Beteiligungen sowie die Flughäfen in Osteuropa als Wachstumstreiber. Besonders hervorzuheben sind die zweistelligen Zuwachsraten in Brasilien und Slowenien, die unter anderem durch den frühen Termin der Osterferien begünstigt wurden. Insgesamt fertigte die Fraport Gruppe im ersten Quartal rund 28,6 Millionen Passagiere ab. In Frankfurt selbst stieg das Aufkommen trotz wetterbedingter Ausfälle und Arbeitsniederlegungen im Februar und März um 2,3 Prozent auf 12,7 Millionen Reisende. Die operative Stabilität wurde dabei auch durch die Zusicherung der Bundesregierung gestärkt, dass die Kerosinversorgung am Standort Deutschland trotz globaler Instabilitäten gesichert bleibt.
Für das verbleibende Geschäftsjahr 2026 hält der Vorstand unter Leitung von Dr. Stefan Schulte an seiner Prognose fest. Der Konzern erwartet ein gruppenweites Passagieraufkommen von bis zu 195 Millionen Menschen und strebt ein EBITDA von bis zu 1,5 Milliarden Euro an. Während das operative Geschäft von der anhaltend hohen Reiselust profitiert, wird das finale Konzernergebnis aufgrund der Finanzierungskosten für die globalen Expansionsvorhaben voraussichtlich unter dem Niveau des Vorjahres bleiben. Die strategische Ausrichtung konzentriert sich nun auf die effiziente Nutzung der neuen Infrastrukturen, um die Profitabilität in den kommenden Quartalen weiter zu steigern.