In Italien kam es am Montag zu koordinierten Arbeitsniederlegungen bei der Flugsicherung sowie bei der Fluggesellschaft Easyjet, die den Flugverkehr in Teilen des Landes beeinträchtigten. Die Streikmaßnahmen konzentrierten sich primär auf die Kontrollzentren in Rom und Neapel und waren für den Zeitraum zwischen 10:00 und 18:00 Uhr angesetzt.
Trotz der Ankündigungen blieben die Auswirkungen nach Angaben der Betreibergesellschaften der römischen Flughäfen insgesamt überschaubar. Bis zum Nachmittag wurden landesweit etwa 160 Flugstreichungen registriert, wobei der operative Betrieb am Drehkreuz Fiumicino nur punktuelle Störungen aufwies und der Flughafen Ciampino weitgehend planmäßig arbeitete.
Besonders betroffen zeigte sich die nationale Fluggesellschaft ITA Airways, die im Vorfeld die Annullierung von rund 38 Prozent ihrer täglichen Verbindungen angekündigt hatte. Dies betraf sowohl Inlandsflüge als auch internationale Routen, darunter wichtige Geschäftsreiseverbindungen wie die Strecke zwischen Frankfurt und Rom. Grund für die Arbeitsniederlegungen sind festgefahrene Tarifverhandlungen über die Erneuerung der Kollektivverträge für das Bodenpersonal und die Fluglotsen. Die Gewerkschaften fordern eine Anpassung der Bezüge an die gestiegenen Lebenshaltungskosten sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Schichtdienst.
Die Billigfluggesellschaft Easyjet gab bekannt, dass die Auswirkungen auf den deutschen Markt minimal blieben. Lediglich vereinzelte Rotationen von den Standorten München und Frankfurt in Richtung der italienischen Hauptstadt mussten gestrichen werden. Passagiere wurden dazu angehalten, den Status ihrer Flüge vor der Anreise zum Flughafen digital zu prüfen, um unnötige Wartezeiten in den Terminals zu vermeiden. Da in Italien gesetzliche Mindestdienstleistungen im Luftverkehr vorgeschrieben sind, mussten garantierte Zeitfenster am frühen Morgen und am Abend eingehalten werden, was ein vollständiges Erliegen des Verkehrs verhinderte.
Zusätzlich zu den zentralen Aktionen der Flugsicherung Enav kam es an mehreren Regionalflughäfen zu zeitlich eng befristeten Protesten lokaler Bodenverkehrsdienste. Branchenexperten beobachten eine zunehmende Streikbereitschaft im südeuropäischen Luftraum, da die steigende Passagiernachfrage das Personal an die Kapazitätsgrenzen führt. Während die aktuelle Streikwelle am Montagabend auslief, stehen weitere Verhandlungsrunden zwischen den Sozialpartnern aus, um längerfristige Unterbrechungen in der bevorstehenden Hauptreisesaison abzuwenden.