Boeing 777X (Foto: Boeing.
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All Nippon Airways plant Flottenstabilisierung wegen anhaltender Boeing-777X-Verzögerungen

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Die größte japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) hält trotz der anhaltenden Krisen und zeitlichen Verschiebungen beim US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing an ihren langfristigen Modernisierungsplänen fest.

Wie das Unternehmen im Rahmen des weltweiten IATA-Luftfahrtgipfels in Rio de Janeiro bestätigte, rechnet die Führung der Fluglinie weiterhin mit einer Übernahme der ersten Großraumflugzeuge des Typs Boeing 777X im japanischen Geschäftsjahr 2027. Da sich das US-Zulassungsverfahren durch die Bundesluftfahrtbehörde FAA jedoch schrittweise weiter nach hinten verschiebt und Erstauslieferungen branchenweit gefährdet sind, hat das Management bereits operative Gegenmaßnahmen ergriffen.

Der im April 2026 neu angetretene Vorstandsvorsitzende von All Nippon Airways, Juichi Hirasawa, betonte vor Journalisten, dass die Fluggesellschaft für den Fall einer erneuten Lieferverzögerung über einen tragfähigen Alternativplan verfügt. Sollte die behördliche Zertifizierung der weit überfälligen Boeing-777X-Baureihe nicht rechtzeitig erfolgen, wird ANA die geplante Ausmusterung ihrer älteren, bereits im Dienst befindlichen Großraumflugzeuge vorerst stoppen. Betroffen von diesem potenziellen Aufschub sind unter anderem ältere Modelle der Baureihe Boeing 777-300, die dann länger als ursprünglich budgetiert in der aktiven Langstreckenflotte verbleiben müssen, um Kapazitätsengpässe auf interkontinentalen Routen zu verhindern.

Trotz der logistischen Planungsunsicherheit bei den Langstreckenjets hält der japanische Carrier an seinen strategischen Wachstumszielen fest. Das ausgegebene Flottenziel, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030 eine Gesamtstärke von 320 Flugzeugen zu erreichen, bleibt laut Hirasawa unverändert bestehen. Zur Absicherung dieses Kapazitätsausbaus setzt die Fluglinie kurzfristig auf einen diversifizierten Mix bei den Flugzeugbestellungen. Für das laufende Fiskaljahr sieht der Flottenplan der Airline-Holding unter anderem die Einführung von kleineren Mittelstreckenmaschinen der Typen Airbus A320neo und Boeing 737-8 sowie zusätzlichen Mustern der bewährten Boeing-787-Dreamliner-Familie vor.

Die anhaltenden Probleme mit dem 777X-Programm betreffen neben ANA auch zahlreiche andere internationale Großkunden wie die Lufthansa oder Emirates, da das Flugzeug ursprünglich bereits im Jahr 2020 den kommerziellen Liniendienst hätte aufnehmen sollen. Da das japanische Geschäftsjahr traditionell im April beginnt und im März des Folgejahres endet, bleibt dem Logistikteam von ANA ein zeitlicher Puffer bis Anfang 2028, um auf die Produktionszyklen in den US-amerikanischen Montagewerken zu reagieren. Die Flexibilität bei den Ausmusterungszyklen gilt in Finanzkreisen als notwendiger Schritt, um die Erlöse im asiatisch-pazifischen Passagierverkehr trotz der Engpässe auf einem stabilen Niveau zu halten.

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