Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic und die israelische Nationalairline El Al haben den Abschluss eines weitreichenden Codeshare-Abkommens bekannt gegeben, das am 1. Juli 2026 offiziell in Kraft treten soll.
Die Kooperation zielt darauf ab, die Flugnetze beider Unternehmen strategisch miteinander zu verknüpfen und den Passagieren flexiblere Transfermöglichkeiten zwischen Israel, dem Baltikum und Nordeuropa zu bieten. Im Zuge der Vereinbarung wird El Al ihren Marketing-Code auf den Direktflügen von Air Baltic zwischen Riga und Tel Aviv sowie auf zahlreichen Anschlussverbindungen über das lettische Drehkreuz zu wichtigen europäischen Metropolen platzieren. Im Gegenzug erhält Air Baltic Zugriff auf ausgewählte Kontingente von El Al auf Strecken von Tel Aviv zu zentralen westeuropäischen Flughäfen wie Frankfurt, München und Berlin.
Die Kooperation fällt in eine Phase, in der der Flugbetrieb in den Nahen Osten aufgrund der anhaltenden geopolitischen Spannungen erhebliche Anpassungen erfordert. Air Baltic beabsichtigt, zeitgleich mit dem Start der Partnerschaft am 1. Juli 2026 die eigenen Direktflüge zwischen Riga und Tel Aviv mit zunächst drei wöchentlichen Rotationen wieder aufzunehmen. Voraussetzung hierfür ist laut Unternehmensangaben eine Stabilisierung der Sicherheitslage vor Ort sowie eine steigende Marktnachfrage. Die geplante Wiederaufnahme erfolgt in strikter Abstimmung mit den aktuellen Richtlinien der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) und unter Berücksichtigung der strengen behördlichen Vorgaben internationaler Luftfahrtversicherer, weshalb die Flugplanung bei Bedarf flexibel modifiziert werden kann.
Für Air Baltic stellt die Allianz mit El Al einen weiteren Baustein zur Stärkung des Heimatdrehkreuzes in Riga dar, von dem aus die Fluggesellschaft über 80 Destinationen bedient. Mantas Vrubliauskas, Vizepräsident für das Netzwerkmanagement bei Air Baltic, verwies auf die historisch engen kulturellen, familiären und geschäftlichen Verbindungen zwischen dem Baltikum und Israel, die durch die Krise im Nahen Osten temporär beeinträchtigt wurden. Aus Sicht von El Al ergänzt die neue Vereinbarung die bestehende Strategie des Unternehmens, das eigene globale Partnernetzwerk mit Schwergewichten wie Delta Air Lines, Air France und KLM kontinuierlich auszubauen, um israelischen Fluggästen trotz reduzierter Direktverbindungen ausländischer Gesellschaften verlässliche Transitrouten anzubieten.
Die wirtschaftliche Bedeutung solcher Allianzen hat im europäischen Luftverkehrsmarkt stark zugenommen, da Fluggesellschaften durch die gemeinsame Nutzung von Flugnummern ihre Auslastung optimieren und neue Märkte erschließen können, ohne eigene Flugzeuge einsetzen zu müssen. Für Transitpassagiere bietet das Abkommen den Vorteil eines durchgehenden Ticketkaufs und einer durchgängigen Gepäckabfertigung bis zum Endzielflughafen. Die Entwicklung der Buchungszahlen auf den neuen Codeshare-Routen wird maßgeblich davon abhängen, wie verlässlich die Flugpläne in den kommenden Monaten angesichts der volatilen Rahmenbedingungen im östlichen Mittelmeerraum eingehalten werden können.