Absperrband am Flughafen Mailand-Linate (Foto: Jan Gruber).
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Aeroitalia übernimmt Strecke von Triest nach Mailand-Linate

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Die wichtige Flugverbindung zwischen dem norditalienischen Regionalflughafen Triest und dem zentrumsnahen Mailänder Stadtflughafen Mailand-Linate wird nach einer dreimonatigen Unterbrechung reaktiviert.

Ab dem 1. Juli 2026 übernimmt die private italienische Fluggesellschaft Aeroitalia die Bedienung dieser historisch bedeutsamen Geschäftsreise- und Pendlerroute. Die Betriebsaufnahme erfolgt im Rahmen eines sogenannten Notvergabeverfahrens, das von der italienischen Zivilluftfahrtbehörde ENAC (Ente Nazionale per l’Aviazione Civile) initiiert wurde, um den drohenden dauerhaften Verlust der Verbindung abzuwenden. Die staatliche Fluggesellschaft ITA Airways hatte sich Ende März 2026 überraschend von der Strecke zurückgezogen und damit eine erhebliche Lücke im inneritalienischen Luftverkehrsnetz hinterlassen.

Die Notvergabe an Aeroitalia ist laut offiziellen Berichten der Luftfahrtbehörden zunächst auf einen Zeitraum von sieben Monaten befristet, um den dringenden Verkehrsbedarf für die laufende Sommerperiode und den kommenden Herbst abzudecken. Während dieser Phase soll das Aufkommen stabilisiert und gleichzeitig eine reguläre, langfristige Ausschreibung für gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen (Public Service Obligation) vorbereitet werden. Für den Flughafen Triest in der Region Friaul-Julisch Venetien besitzt die Anbindung an das Drehkreuz Linate höchste Priorität, da ein Großteil des regionalen Wirtschaftskonglomerats sowie politische Institutionen auf die schnellen Tagesrandverbindungen in die lombardische Wirtschaftsmetropole angewiesen sind.

Aeroitalia plant, die Strecke mit Regionalflugzeugen aus ihrer bestehenden Flotte zu bedienen, wobei voraussichtlich Maschinen des Typs ATR 72-600 zum Einsatz kommen, die über Partnergesellschaften im Wet-Lease-Verfahren betrieben werden. Diese Flugzeugklasse gilt als wirtschaftlich hocheffizient für die relativ kurze Distanz zwischen den beiden norditalienischen Städten und ermöglicht es der Airline, trotz der kurzfristigen Übernahme profitable Auslastungsraten zu erzielen. Das Management von Aeroitalia betont, dass die Ausweitung des Flugplans nach Nordosten die strategische Ausrichtung der Fluggesellschaft stärkt, sich als verlässliche Alternative zu den etablierten Großairlines auf dem italienischen Inlandsmarkt zu positionieren.

Die plötzliche Einstellung durch den Vorgänger ITA Airways hatte im Frühjahr zu heftigen Protesten vonseiten der regionalen Wirtschaftskammern und der Lokalpolitik geführt, da die Bahnanbindungen zwischen Triest und Mailand für Geschäftsreisende oft keine zeiteffiziente Alternative darstellen. Durch das schnelle Eingreifen der ENAC konnte nun ein monatelanger Stillstand verhindert werden. Branchenbeobachter werten den Schritt als Zeichen für den zunehmend aggressiven Wettbewerb auf dem italienischen Halbinselverkehr, auf dem kleinere Akteure wie Aeroitalia flexibel die Kapazitätslücken füllen, die durch die Konsolidierung und strategische Neuausrichtung größerer Flugkonzerne entstehen.

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