Gepäck-Sizer mit den Logos von Ryanair, Buzz, Lauda und Malta Air (Foto: Jan Gruber)
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Ryanair kritisiert geplante Reform der Fluggastrechte scharf

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Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat scharfe Kritik an den jüngsten Beschlüssen der europäischen Institutionen zur Überarbeitung der EU-Fluggastrechteverordnung 261 geäußert. Nach Angaben der Fluggesellschaft zwingen die neuen regulatorischen Vorgaben des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates die Anbieter dazu, standardmäßig höhere Tarife auszuweisen, die bereits ein zweites Handgepäckstück beinhalten.

Das Luftfahrtunternehmen bezeichnete diese Anpassungen als wettbewerbsfeindlich und realitätsfern, da sich im operativen Alltag bereits mehr als die Hälfte aller Fluggäste bewusst für die günstigsten Basistarife ohne zusätzliches Handgepäck entscheide. Die Neuregelung führe laut der Airline zu einer künstlichen Verteuerung der sichtbaren Ticketpreise im Buchungsprozess und schwäche die europäischen Fluggesellschaften im internationalen Vergleich.

Ryanair-Vorstandsvorsitzender Michael O’Leary warf den politischen Entscheidungsträgern in Brüssel vor, durch übermäßige Bürokratie das wirtschaftliche Wachstum und die Preistransparenz im europäischen Luftraum zu blockieren. Anstatt regulatorische Erleichterungen zu schaffen, verwehrten die neuen Richtlinien den Fluggesellschaften das Recht, ihre niedrigsten verfügbaren Tarife offensiv zu bewerben. O’Leary zog in diesem Zusammenhang eine direkte Verbindung zur globalen Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents und betonte, dass angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen in Osteuropa und im Nahen Osten eine Stärkung der Wirtschaftsbereiche notwendig sei. Die Detailregulierung von Kabinengepäck stehe im Widerspruch zu den wiederholten Zusagen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Europa wettbewerbsfähiger zu gestalten.

Gleichzeitig erneuerte die Führung des Luftfahrtkonzerns ihre Kernforderungen nach tiefgreifenden Strukturreformen im europäischen Flugwesen, die seit Jahren von den Low-Cost-Carriers vorangetrieben werden. Ryanair kritisierte, dass die Europäische Union keine effektiven Maßnahmen ergreife, um das chronisch überlastete und fehleranfällige europäische Flugsicherungssystem zu reformieren. Nach Angaben der Fluglinie gehen über 90 Prozent aller Flugverspätungen auf Engpässe und Streiks bei den staatlich organisierten Flugsicherungsmonopolen zurück. Die daraus resultierenden Ausgleichszahlungen und Betreuungskosten nach der Verordnung EU261 müssen die Fluggesellschaften bislang vollständig selbst tragen, ohne eine rechtliche Möglichkeit Regressansprüche an die Verursacher zu stellen.

Der aktuelle Konflikt reiht sich ein in eine Serie von Auseinandersetzungen zwischen Billigfliegern und europäischen Regulierungsbehörden über die Gestaltung von Zusatzgebühren. Während Verbraucherschützer und Gerichte in der Vergangenheit wiederholt die Intransparenz von Zusatzkosten für Handgepäck, Sitzplatzreservierungen und Check-in-Prozeduren bemängelten, verteidigen die Fluggesellschaften ihr Entbündelungsmodell als Garant für extrem günstige Einstiegspreise. Die Umsetzung der neuen EU-Richtlinien wird in den kommenden Monaten erhebliche technische Anpassungen in den Buchungssystemen aller europäischen Fluglinien erfordern und dürfte die Debatte über die Preisgestaltung im kontinentalen Luftverkehr weiter verschärfen.

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