Bei der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) kommt es an der Spitze des Kontrollgremiums zu einer planmäßigen personellen Neuaufstellung. Im Rahmen einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung wurde Dieter Vranckx zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt.
Er folgt in dieser Funktion auf Till Streichert, der sein Mandat mit Wirkung zum 22. Juni 2026 niedergelegt hat. Die offizielle Amtsübernahme durch Vranckx erfolgt am 23. Juni 2026. Zuvor war der Manager am selben Tag auf der ordentlichen Hauptversammlung der Fluglinie formell in das sechsköpfige Gremium gewählt worden. An der Seite des neuen Vorsitzenden bleibt Veit Schmid-Schmidsfelden weiterhin als Stellvertreter im Amt.
Der 53-jährige Dieter Vranckx, der die schweizerische und die belgische Staatsbürgerschaft besitzt, verfügt über eine langjährige Karriere innerhalb des Lufthansa-Konzerns, zu dem die österreichische Fluggesellschaft als Tochterunternehmen gehört. Seit Juli 2024 bekleidet Vranckx die Position des Chief Commercial Officer (CCO) im Konzernvorstand der Deutschen Lufthansa AG und steuert dort den gesamten kommerziellen Bereich sowie strategische Großprojekte wie die Integration der italienischen ITA Airways. Vor seinem Wechsel in den Konzernvorstand leitete er als Vorstandsvorsitzender die Fluggesellschaft Swiss und war davor in führenden Managementpositionen bei Brussels Airlines sowie im Vertriebsnetzwerk der Gruppe im asiatisch-pazifischen Raum tätig.
Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Till Streichert hatte das Kontrollorgan der Austrian Airlines seit August 2024 geleitet. Er konzentriert sich künftig vollumfänglich auf seine Kernaufgabe als Finanzvorstand (CFO) der Deutschen Lufthansa AG. Die personelle Rochade spiegelt die Konzernstrategie der Lufthansa wider, die Aufsichtsratsposten ihrer Tochtergesellschaften eng mit den jeweiligen Vorstandsressorts der Muttergesellschaft zu verzahnen. Während Streichert die finanzielle Restrukturierung nach den Krisenjahren konsolidierte, soll Vranckx nun mit seiner kommerziellen Expertise die Marktpositionierung der Wiener Fluglinie im harten europäischen Wettbewerb und beim Ausbau des Drehkreuzes Wien-Schwechat vorantreiben.
Das sechsköpfige Aufsichtsratsgremium setzt sich nach den aktuellen Beschlüssen weiterhin aus bewährten Kräften zusammen. Auf der Seite der Kapitalvertreter verbleiben neben dem neuen Vorsitzenden und seinem Stellvertreter Schmid-Schmidsfelden auch Elisabeth Gruber und Hans-Joachim Arnold im Amt. Die Interessen der Arbeitnehmer werden im Rahmen der gesetzlichen Mitbestimmung unverändert durch die entsendeten Betriebsräte René Karl Pfister und Andreas Geldner vertreten. Vranckx betonte in einer ersten Stellungnahme die operative Kompetenz der Fluggesellschaft und kündigte an, die strategische Weiterentwicklung in enger Abstimmung mit dem bestehenden Wiener Vorstandsteam umzusetzen.