Der private italienische Fernzugbetreiber Italo bereitet seinen Markteintritt in der Bundesrepublik Deutschland vor. Wie Unternehmenschef Gianbattista La Rocca in einem Medienbericht ankündigte, plant das Eisenbahnunternehmen ab dem Jahr 2028 den operativen Betrieb im deutschen Schienenpersonenfernverkehr aufzunehmen.
Durch den prognostizierten Wettbewerb mit dem Staatskonzern Deutsche Bahn rechnet das Management mit einem deutlichen Preisverfall für die Verbraucher, der in der Spitze bis zu 40 Prozent betragen könnte. Italo strebt an, die regulären Ticketpreise standardmäßig rund ein Fünftel unter dem Niveau der Deutschen Bahn anzusetzen, um Marktanteile im hart umkämpften Fernverkehrsnetz zu gewinnen.
Die strategische Planung des Anbieters sieht für die Anfangsphase den Einsatz von zunächst 30 modernen Hochgeschwindigkeitszügen vor, die auf zwei zentralen Streckenkorridoren verkehren sollen. Die finale Entscheidung über den Netzzugang und die Zuweisung der erforderlichen Fahrplantrassen liegt bei der zuständigen Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, von der bis Ende Juni 2026 ein entsprechender Beschluss erwartet wird. Durch das zusätzliche Angebot und die veränderte Preisstruktur prognostiziert die Italo-Führung eine erhebliche Belebung des Gesamtmarktes und rechnet mit einer Steigerung des jährlichen Fahrgastaufkommens im deutschen Fernverkehr um bis zu 40 Prozent.
Beim Komfort setzt der italienische Betreiber auf eine differenzierte Ausstattung der Züge, um sowohl preisbewusste Kunden als auch das Premium- und Businesssegment anzusprechen. Geplant ist die Einführung von drei verschiedenen Komfortklassen unter den Bezeichnungen „Smart Class“, „Prima Business“ und „Club Executive“, wobei die Preisspanne zwischen der Basis- und der höchsten Kategorie bis zu 60 Prozent betragen soll. Zur technischen Standardausstattung des Fuhrparks werden Ledersitze, Mobilfunkempfang über den 5G-Standard sowie satellitengestütztes Internet über das Starlink-Netzwerk gehören. Bei einer erfolgreichen Etablierung am Markt beabsichtigt das Unternehmen zudem erhebliche Investitionen in den Arbeitsmarkt und die Neuschaffung von mindestens 2500 Arbeitsplätzen im Bundesgebiet.