Die staatliche kroatische Fluggesellschaft Croatia Airlines hat ihre neu eingerichtete Flugverbindung zwischen Dubrovnik und dem Flughafen Stuttgart nach nur wenigen Betriebstagen vorübergehend eingestellt.
Die Route war am 22. Mai 2026 mit einer dreiwöchigen Verspätung gegenüber der ursprünglichen Planung in die Sommersaison gestartet. Nach Informationen des Luftfahrtportals Ex-Yu Aviation wurde der Flugbetrieb bereits am 8. Juni ein erstes Mal unterbrochen. Nach einer kurzen Reaktivierung für einzelne Rotationen am 19. und 22. Juni nahm die Fluggesellschaft die Destination erneut vollständig aus dem Verkauf. Eine Wiederaufnahme der zwei wöchentlichen Flüge mit Maschinen des Typs Airbus A319 ist laut aktuellem Buchungssystem erst wieder für Ende Juli geplant.
Luftfahrtanalysten führen die abrupten Unregelmäßigkeiten im Flugplan des Star-Alliance-Mitglieds auf eine Kombination aus akuten Flottenengpässen und Triebwerksproblemen zurück. Croatia Airlines befindet sich mitten in einer umfassenden Flottenmodernisierung und erwartet die Auslieferung neuer Flugzeuge des Typs Airbus A220. Lieferverzögerungen seitens des Herstellers sowie ungeplante Wartungsintervalle bei den bestehenden Mustern vom Typ Airbus A319 und A320 zwingen die Fluglinie dazu, kurzfristige Kapazitätsanpassungen im europäischen Streckennetz vorzunehmen. Um den Kernflugplan ab den Drehkreuzen Zagreb und Split zu sichern, werden marginale Point-to-Point-Verbindungen wie jene nach Stuttgart temporär gestrichen oder an Subunternehmer im teuren Wet-Lease-Verfahren ausgelagert.
Der plötzliche Ausfall der Direktverbindung in der beginnenden Hauptreisezeit stößt bei Reiseveranstaltern und Passagieren auf deutliche Kritik. Betroffene Kunden müssen auf zeitaufwendige Umsteigeverbindungen über Zagreb, Frankfurt oder München ausweichen oder auf konkurrierende Ferienfluggesellschaften wie Eurowings umbuchen, was mit erheblichen Zusatzkosten und logistischem Aufwand verbunden ist. Für den Flughafen Stuttgart bedeutet das Vorgehen von Croatia Airlines einen temporären Verlust an Planungssicherheit im saisonalen Adria-Verkehr, da die kurzfristige Streichung von Flugpaaren die verlässliche Abwicklung des touristischen Charter- und Liniensegments im Sommerhalbjahr beeinträchtigt.