Die Billigfluggesellschaft Easyjet hat am Flughafen Basel/Mulhouse/Freiburg ein neues, automatisiertes System zur Gepäckaufgabe eingeführt. Pünktlich zur sommerlichen Hauptreisezeit wurden in der zuvor temporär geschlossenen und nun modernisierten Halle 3 des EuroAirports insgesamt 24 Self-Service-Kioske für die Passagiere freigeschaltet.
An diesen Stationen können Fluggäste nach dem Online-Check-in ihre Bordkarten einscannen, die Gepäckanhänger eigenständig ausdrucken und die Koffer auf das Förderband leiten. Das Infrastrukturprojekt wurde in Kooperation zwischen der Flughafenleitung, der Fluggesellschaft sowie dem zuständigen Bodenabfertigungsdienstleister Swissport realisiert.
Die Modernisierungsmaßnahme ist Teil eines umfassenden Umbaus der Terminalinfrastruktur am EuroAirport, der bereits im Februar des laufenden Jahres mit der Ausstattung der Hallen 2 und 4 begann. Durch die vollständige Wiedereröffnung von Halle 3 stehen den Logistikpartnern kurz vor dem saisonalen Verkehrsmaximum alle vier Abfertigungshallen zur Verfügung. Trotz der zunehmenden Automatisierung bleibt Servicepersonal von Swissport im Terminal präsent, um den Passagierfluss zu lenken. Reisende mit eingeschränkter Mobilität oder Sondergepäck werden zudem weiterhin an den verbleibenden klassischen Check-in-Schaltern abgefertigt. Easyjet bedient im aktuellen Sommerflugplan ab Basel ein Streckennetz von 75 europäischen Destinationen.
Branchenexperten betrachten den verstärkten Einsatz von Self-Bag-Drop-Anlagen als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit zur Reduzierung der Bodenzeiten an europäischen Flughäfen. Insbesondere Low-Cost-Anbieter sind auf eine standardisierte, fehlerfreie und schnelle Abfertigung angewiesen, um die Standzeiten der Flugzeuge zu minimieren und die Rotation der Flotte zu optimieren. Durch die Verlagerung des Check-in-Prozesses auf die Passagiere versuchen Flughäfen und Dienstleister zudem, dem anhaltenden Fachkräftemangel beim Bodenpersonal entgegenzuwirken. Kritische Beobachter geben jedoch zu bedenken, dass technische Störungen der Kioske oder Fehlbedienungen durch unerfahrene Reisende in den Stoßzeiten zu punktuellen Engpässen und unvorhergesehenen Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen führen können.
Die fortschreitende Digitalisierung der Flughafeninfrastruktur verschiebt das operative Risiko und die Vorbereitungszeit verstärkt in Richtung der Verbraucher. Für den trilateralen Flughafen Basel/Mulhouse/Freiburg, der durch seine Lage an drei Landesgrenzen administrativ ohnehin komplex organisiert ist, stellt die Vereinheitlichung der Passagierströme einen wichtigen Schritt zur Kapazitätssicherung dar. Da das Passagieraufkommen im Ferienverkehr stark konzentriert auftritt, muss sich die Stabilität des neuen Systems unter realen Volllastszenarien der kommenden Wochen beweisen.