Dezember 28, 2020

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Dezember 28, 2020

Lufthansa stockt Pilotengehälter mit Staatshilfe auf

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will den gut verdienenden Langstrecken-Kapitänen, die bislang auf dem Airbus A380 flogen, das Kurzarbeitergeld in der Höhe von rund 5.000 Euro “nicht zumuten”. Dieses wird aus Mitteln der Staatshilfe auf etwa 15.000 Euro pro Monat aufgestockt, bestätigte der Konzernchef gegenüber Welt am Sonntag. Spohr führte gegenüber der Zeitung aus, dass sich die Bezüge mit reinem Kurzarbeitergeld “mehr als halbieren”, denn der überwiegende Teil der Pilotengehälter würde über der Bemessungsgrenze liegen. “Das können und wollen wir unseren Piloten nicht zumuten”, so Spohr gegenüber Welt am Sonntag. Die größte Fluggesellschaft Deutschlands nimmt daher Geld aus dem neun Milliarden schweren Staatskredit in die Hand und stockt damit die Gehälter der Piloten auf, so dass diese statt 5.000 Euro eben 15.000 Euro pro Monat erhalten. Das Geschäft lief im Dezember 2020 äußerst miserabel. Spohr erklärt, dass man “weniger als zehn Prozent der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr” befördert habe. Bis Jahresende sollen 29.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben. Der Manager sagt, dass es sich rechnerisch um jede fünfte Vollzeitstelle handeln würde. „Das können aber nicht in allen Bereichen Vollzeitarbeitsplätze sein. Wir müssen die Arbeit einfach anders verteilen“, so der Lufthansa-Chef gegenüber Welt. Spohr geht davon aus, dass Teilzeitmodelle bis mindestens Mitte der 2020er-Jahre benötigt werden. Es sollen weitere Kosteneinsparungen erzielt werden, denn Lufthansa vermutet, dass sich der Erholung der Branche noch sehr lange hinziehen wird. Mit den Gewerkschaften verhandelt man daher über Lösungen und Modelle, die über das Jahr 2021 hinaus angewandt werden sollen.

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Regierung verkündete Aus für Montenegro Airlines

Für die Bediensteten von Montenegro Airlines war der 24. Dezember 2020 wohl nicht wirklich ein schöner Tag, denn die Regierung verkündete die Schließung der staatlichen Fluggesellschaft. Eine Neugründung soll die Nachfolge antreten, doch diese wird frühestens im Jahr 2022 startklar sein. Anfang Dezember 2020 setzte die montenegrinische Regierung das Management von Montenegro Airlines ab und entsandte Finanzexperten, um die Bücher zu prüfen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde offiziell kommuniziert, dass die Schließung des bestehenden Carriers und anschließende Neugründung eine wahrscheinliche Option ist. Am 24. Dezember 2020 wurde die Katze aus dem Sack gelassen: Montenegro Airlines wird geschlossen und abgewickelt. Bereits seit einigen Monaten warnte das kürzlich abgesetzte Management davor, dass wenn der Staat nicht hilft, dass dann die Insolvenz und die Einstellung des Flugbetriebs drohen. Die Finanzmittel reichten nicht mehr aus, um die Löhne und Gehälter vollständig oder gar pünktlich bezahlen zu können. Die Regierung sucht die Schuld für das Schlamassel aber indirekt in Brüssel, denn offiziellen Angaben nach habe die EU-Kommission erklärt, dass man jede Form der Staatshilfe für Montenegro Airlines als “illegal” einstufen würde. Montenegro ist allerdings kein Mitglied der Europäischen Union und wäre daher an die Einschätzung der Kommission nicht gebunden. Da man jedoch beitreten will, könnte sich das Missachten der Einstufung als hinderlich erweisen. Finanzminister Mladen Bojanic erklärte während einer Pressekonferenz, dass der Schuldenberg von Montenegro Airlines so hoch wäre, dass man keine Alternative habe. Seiner Ansicht nach hätten dies Vorgängerregierungen und ehemalige Manager der Fluggesellschaft verursacht. Man hätte sich gegenseitig ein Bild der Finanzlage des

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