
Wettbewerbsuntersuchung gegen Trip.com durch chinesische Kartellbehörden
Die chinesische Marktaufsichtsbehörde SAMR (State Administration for Market Regulation) hat ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen den Reisekonzern Trip.com eingeleitet. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung im Bereich der Online-Reisevermittlung missbräuchlich ausgenutzt zu haben. Grundlage der Untersuchung sind zahlreiche Beschwerden aus der Hotelbranche. Hoteliers werfen der Plattform vor, monopolistische Praktiken anzuwenden und Partnerbetriebe durch Knebelverträge in ihrer Preisgestaltung massiv einzuschränken. Darüber hinaus steht der schwerwiegende Verdacht im Raum, Trip.com habe die Regulierungsbehörden bewusst über die Risiken des eigenen Geschäftsmodells getäuscht, um strengere Kontrollen zu umgehen. Im Zentrum der Kritik steht die systematische Ausübung von Druck auf Beherbergungsbetriebe. Laut Branchenberichten werden Hotels dazu gedrängt, exklusive Niedrigpreise auf der Plattform anzubieten, die unter den Raten anderer Vertriebskanäle liegen müssen. Betriebe, die diesen Forderungen nicht nachkommen, drohen empfindliche Konsequenzen: Die Plattform reduziert in solchen Fällen die Sichtbarkeit der betroffenen Häuser in den Suchergebnissen oder schränkt deren Vertriebsmöglichkeiten gänzlich ein. Für viele Hotels ergibt sich daraus eine existentielle Abhängigkeit, da Trip.com in China einen Marktanteil hält, der kaum Ausweichmöglichkeiten auf andere Vermittler lässt. Diese Entwicklung weist deutliche Parallelen zu den regulatorischen Auseinandersetzungen in Europa auf, wo Plattformen wie Booking.com mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert sind. Auch dort stehen Bestpreisklauseln und die intransparente Ranking-Logik im Fokus der Kartellwächter. Die SAMR reagiert mit der aktuellen Untersuchung auf eine breitere politische Initiative in Peking, die darauf abzielt, die Macht großer Technologiekonzerne zu beschneiden und einen fairen Wettbewerb im digitalen Sektor sicherzustellen. Experten gehen davon aus, dass das Verfahren weitreichende Konsequenzen für die Provisionsstruktur und die Vertragsfreiheit innerhalb der chinesischen



