Die Flughafen München GmbH nutzt die Freifläche des München Airport Center (MAC) im Spommer 2026 für eine mehrwöchige Sportveranstaltung. Vom 15. August bis zum 6. September 2026 werden im überdachten Außenbereich des Flughafens drei temporäre Spielfelder für die Rückschlagsportart Padel-Tennis errichtet.
In Zusammenarbeit mit der Kölner Agentur MMP Event GmbH, einer Tochtergesellschaft der DuMont Mediengruppe, soll das Areal unter dem Titel „Padel Days“ als Eventfläche etabliert werden. Das Programm umfasst neben freien Buchungszeiten für Amateure auch offizielle Turnierserien, darunter die bayerischen Landesmeisterschaften sowie ein Nachwuchsturnier in Kooperation mit dem Deutschen Tennis Bund.
Die zeitweise Umwidmung des MAC-Forums ist Teil einer etablierten Praxis des Flughafenbetreibers, ertragsstarke Non-Aviation-Umsätze durch Veranstaltungen zu generieren. Die Miete für die Plätze ist nach Tageszeiten gestaffelt und schlägt in den gefragten Abendstunden mit 30 Euro pro Stunde zu Buche, während Leihgebühren für Sportgeräte zusätzliche Kosten verursachen. Um den logistischen Aufwand und den Zulauf an externen Besuchern zu bewältigen, bietet der Flughafen temporäre Parkrabatte im angrenzenden Parkhaus P20 an. Das Konzept reiht sich in frühere Großveranstaltungen auf dem Gelände ein, wie das winterliche Marktgeschehen oder temporäre Beachvolleyball-Anlagen, mit denen Passagiere und Bewohner des Umlands als Konsumenten angesprochen werden sollen.
Wirtschafts- und Luftfahrtexperten beurteilen die zunehmende Eventisierung von Flughafeninfrastrukturen mit einer gewissen Skepsis. Während das Management versucht, die beträchtlichen Fixkosten der Immobilien abseits des reinen Flugbetriebs zu amortisieren, kritisieren Branchenbeobachter eine potenzielle Beeinträchtigung der eigentlichen Kernfunktion des Verkehrsknotenpunkts. Die Beschallung und der Publikumsverkehr bei Abendveranstaltungen wie dem geplanten Format „Padel & Party“ erfordern aufwendige logistische Trennungen, um die Passagierströme zwischen den Terminals 1 und 2 nicht zu behindern. Zudem steht die Wirtschaftlichkeit solcher temporären Sportbauten in einem volatilen Marktumfeld unter Vorbehalt, da die Auf- und Abbaukosten für Spezialböden und Netzkäfige erhebliche Vorabinvestitionen verlangen.