Die Verteilung von Automobilen der oberen Segmente in Deutschland ist durch ein ausgeprägtes regionales Gefälle geprägt. Eine Auswertung von Neuzulassungsdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) im Auftrag des Gewinnspielunternehmens Traumautoverlosung zeigt, dass der Anteil von Sportwagen, Oberklassemodellen und Fahrzeugen der oberen Mittelklasse in den südlichen Bundesländern sowie in den Stadtstaaten überproportional hoch ist.
Spitzenreiter bei den Neuzulassungen in diesem Segment ist Baden-Württemberg mit einem Anteil von 9,8 Prozent, gefolgt von Bayern mit 8,3 Prozent sowie Berlin und Hamburg mit jeweils 8,0 Prozent. Am unteren Ende der Statistik rangieren die ostdeutschen Flächenländer, wobei Sachsen-Anhalt mit 3,6 Prozent den geringsten Wert aufweist.
Wirtschaftsanalysten führen diese ungleiche Verteilung im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurück: die regionale Kaufkraftentwicklung und den sogenannten Heimat-Effekt der großen deutschen Automobilkonzerne. In den Bundesländern, in denen die Hersteller ihre Zentralen und Hauptproduktionsstätten unterhalten, ist die Dichte an Dienstwagen, Werksdienstwagen und Zulassungen über herstellereigene Niederlassungen traditionell hoch. So entfallen rund 40,5 Prozent aller Neuzulassungen der Marke Porsche auf Baden-Württemberg, während BMW 40,3 Prozent und Audi 37,0 Prozent ihrer inländischen Neuzulassungen im Heimatbundesland Bayern verzeichnen. Auch ausländische Exklusivmarken wie Rolls-Royce, McLaren oder Lamborghini konzentrieren ihre Zulassungen zu erheblichen Teilen auf den bayerischen Markt.
Kritische Ökonomen weisen darauf hin, dass die KBA-Statistik der Neuzulassungen das tatsächliche Straßenbild und die privaten Vermögensverhältnisse nur bedingt widerspiegelt. Ein beträchtlicher Teil der Oberklasse- und Sportwagen wird in Deutschland nicht von Privatpersonen erworben, sondern über gewerbliche Halter als Firmenwagen zugelassen oder über Leasinggesellschaften finanziert, die ihren juristischen Sitz häufig in wirtschaftsstarken Ballungsräumen des Südens oder Westens haben. Die Daten verdeutlichen somit primär die Konzentration von Unternehmenssitzen, finanzstarken Flottenbetreibern und Automobilzulieferern in bestimmten Regionen, was das statistische Gefälle zwischen West- und Ostdeutschland bei der Betrachtung der reinen Zulassungsorte künstlich verstärkt.
Der Markt für hochpreisige Fahrzeuge zeigt sich ungeachtet allgemeiner konjunktureller Eintrübungen in bestimmten Teilbereichen stabil, verschiebt sich jedoch zunehmend in das Segment der gewerblichen Nutzung und der exklusiven Sammlerobjekte. Ergänzend zu den regulären Vertriebskanälen versuchen kommerzielle Akteure, die Nachfrage nach solchen Modellen durch alternative Angebote wie temporäre Verlosungsaktionen im Rahmen von Marketingkampagnen zu monetarisieren. Diese Initiativen nutzen die hohe emotionale Bindung an Premium-Fahrzeuge, ändern jedoch nichts an der grundlegenden Marktstruktur, die weiterhin von institutionellen Abnehmern und regionalen Wohlstandsunterschieden dominiert wird.