Die nationale Fluggesellschaft der Philippinen, Philippine Airlines, plant eine tiefgreifende Modernisierung ihrer Langstreckenflotte.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Brancheninsider berichtet, beabsichtigt das Luftfahrtunternehmen, einen geplanten Großauftrag für neue Weitrumpfflugzeuge auf die beiden weltweit führenden Flugzeugbauer aufzuteilen. Konkret bereitet das Management eine Festbestellung über jeweils rund zehn Maschinen der Typen Boeing 787 „Dreamliner“ und Airbus A350 vor. Eine endgültige Entscheidung über das Auftragsvolumen ist nach Angaben des operativen Betriebschefs Carlu Fernandez jedoch noch nicht gefallen, da die finalen Vertragsverhandlungen zwischen den beteiligten Parteien andauern.
In Branchenkreisen wird spekuliert, dass das milliardenschwere Beschaffungsprogramm im Rahmen der bevorstehenden Farnborough International Airshow Ende Juli offiziell verkündet werden könnte. Die geplante Aufteilung des Auftrags auf zwei unterschiedliche Flugzeugfamilien spiegelt eine bewährte, aber auch risikobehaftete Strategie im globalen Luftverkehrsmarkt wider. Durch den parallelen Erwerb von Airbus- und Boeing-Modellen verringert die Fluggesellschaft ihre Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller. Dies gewährt dem Unternehmen mehr Flexibilität bei Lieferverzögerungen, wie sie in den vergangenen Jahren aufgrund von Produktionsproblemen und Lieferkettenengpässen bei beiden Flugzeugbauern vermehrt auftraten.
Wirtschaftsanalysten betrachten die geplante Zwei-Hersteller-Flottenpolitik bei einer Fluggesellschaft dieser Größenordnung jedoch auch mit Skepsis. Der gleichzeitige Betrieb von Mustern wie der Boeing 787 und des Airbus A350 führt im täglichen Linienbetrieb zu einer erheblichen Erhöhung der operativen Fixkosten. Für beide Flugzeugtypen müssen getrennte Wartungskapazitäten, Ersatzteillager und Schulungsprogramme für Piloten sowie das technische Bodenpersonal vorgehalten werden. Diese Fragmentierung der Flotte mindert die potenziellen Skaleneffekte, die durch eine reine Monoflotte im Langstreckenbereich erzielt werden könnten, und belastet langfristig die operativen Margen der Fluglinie.
Darüber hinaus steht die Investitionsentscheidung im Kontext eines harten Verdrängungswettbewerbs im südostasiatischen Luftraum. Philippine Airlines sieht sich auf den profitablen Langstreckenrouten nach Nordamerika, Europa und Australien einer wachsenden Konkurrenz durch staatlich subventionierte Airlines aus den Golfstaaten sowie regionalen Low-Cost-Carrieren ausgesetzt. Das Management steht unter erheblichem Druck, die Sitzplatzkapazitäten effizienter auszulasten und gleichzeitig die Treibstoff- und Wartungskosten pro angebotenem Sitzkilometer zu senken. Der Erfolg der milliardenschweren Flottenerneuerung hängt somit maßgeblich davon ab, ob die künftigen Transportkapazitäten mit der realen Marktentwicklung im asiatisch-pazifischen Raum harmonieren.