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Neues Terminal am Flughafen Rom-Urbe und Start eines regionalen Flugnetzwerks

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Die italienische Zivilluftfahrtbehörde ENAC hat das neue Abfertigungsgebäude am städtischen Flughafen Rom-Urbe in Betrieb genommen. Die Eröffnung markiert gleichzeitig den operativen Auftakt für das staatlich initiierte Projekt der regionalen Luftmobilität, der sogenannten Regional Air Mobility (RAM).

Dieses Konzept, welches von der ENAC-Tochtergesellschaft ENAC Servizi koordiniert wird, zielt auf den Aufbau eines integrierten Kurzstreckennetzes ab. Erste kommerzielle Flugverbindungen von Rom-Urbe sollen noch vor Ende des laufenden Jahres mit kleineren Flugzeugtypen, die über eine Kapazität von 9 bis maximal 19 Sitzplätzen verfügen, aufgenommen werden. Geplante Destinationen sind unter anderem die Flughäfen Pescara, Fano, Elba, Tortolì-Arbatax sowie der internationale Großflughafen Rom-Fiumicino, wobei Fluggesellschaften wie SkyAlps, AvioItaliana und Altair als Betreiber im Gespräch sind.

Während der Eröffnungszeremonie betonte der italienische Verkehrsminister und Vizepremier Matteo Salvini die Notwendigkeit weitreichender Infrastrukturinvestitionen, um dem prognostizierten Passagierwachstum in Italien gerecht zu werden. Nach aktuellen Schätzungen der ENAC wird für das gesamte italienische Flughafensystem bis zum Jahr 2035 ein jährliches Verkehrsaufkommen von über 300 Millionen Passagieren erwartet. In diesem Zusammenhang verwies der Minister auf den Ausbau des Hauptdrehkreuzes Rom-Fiumicino, wo der Betreiber Aeroporti di Roma (Adr) ohne staatliche Zuschüsse private Investitionen in Höhe von rund neun Milliarden Euro plant. Ziel dort ist es, die Abfertigungskapazitäten bis zum Jahr 2046 auf ein prognostiziertes Aufkommen von 100 Millionen Reisenden pro Jahr auszuweiten.

Branchenanalysten betrachten die Wiederbelebung von Regionalflughäfen durch Kleinflugzeuge und Hubschrauber jedoch mit einer gewissen Skepsis. Der Betrieb von Routen mit geringer Passagierkapazität gilt in der Luftfahrtbranche als wirtschaftlich hochgradig volatil, da die Fixkosten pro Sitzplatzkilometer bei kleinen Maschinen im Vergleich zu größeren Linienflugzeugen überproportional hoch sind. Viele europäische Regionalflughäfen hängen von kontinuierlichen Subventionen der jeweiligen Regionen ab, da die Einnahmen aus dem reinen Flugbetrieb die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsinfrastruktur und die Feuerwehr selten decken. Der Erfolg des RAM-Projekts wird somit maßgeblich davon abhängen, ob das Angebot von Geschäftsreisenden und Touristen als konkurrenzfähige Alternative zu den gut ausgebauten italienischen Hochgeschwindigkeitszügen akzeptiert wird.

Darüber hinaus birgt die geplante Einbindung von Hubschrauberdiensten im urbanen Raum von Rom potenziellen logistischen und administrativen Konfliktstoff. Die Genehmigungsverfahren für regelmäßige Flugbewegungen über dicht besiedeltem Gebiet sind aufgrund von Lärmschutzbestimmungen und strengen Sicherheitsauflagen im italienischen Luftrecht komplex. Ob die angekündigten Fluggesellschaften den Betrieb tatsächlich noch im laufenden Jahr wirtschaftlich stabil aufnehmen können, bleibt angesichts der laufenden Zertifizierungsprozesse bei der Luftfahrtbehörde abzuwarten. Die Entwicklung zeigt jedoch, dass Italien versucht, die Überlastung der großen Verkehrsflughäfen durch eine Dezentralisierung der Verkehrsströme in die Peripherie abzufedern.

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