Logo von Air Canada auf einer Boeing 787 (Foto: Jan Gruber).
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Sicherheitszwischenfall am Flughafen Montreal während des Abrollvorgangs einer Passagiermaschine

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Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Air Canada ist am 9. Juli 2026 nach der Landung auf dem internationalen Flughafen Montreal-Trudeau von der asphaltierten Rollbahn abgekommen. Die Verkehrsmaschine des Typs Boeing 737 Max 8 befand sich auf dem regulären Linienflug AC774 aus Los Angeles und rutschte beim Einbiegen auf einen Verbindungsweg in den angrenzenden Grünstreifen.

Nach offiziellen Angaben des Flughafenbetreibers und der Fluggesellschaft blieben alle Passagiere sowie die Besatzungsmitglieder bei dem Vorfall unverletzt. Das Flugzeug sackte mit dem gesamten Fahrwerk im weichen Untergrund ein, was eine aufwendige Bergungsaktion und temporäre Einschränkungen des Flugbetriebs auf dem betroffenen Pistensystem nach sich zog. Die kanadische Transportsicherheitsbehörde hat eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Ursachen für den Kontrollverlust beim Manövrieren am Boden zu ermitteln.

Verlauf des Fluges und das Manöver auf dem Rollfeld

Der Linienflug AC774 hatte am Vormittag in der kalifornischen Metropole Los Angeles abgehoben und verlief während der Reiseflugphase ohne nennenswerte Vorkommnisse. Bei der Ankunft im Osten Kanadas wiesen die Piloten die Maschine für den Anflug auf die Landebahn 06L ein. Das Aufsetzen des zweimotorigen Schmalrumpfflugzeugs erfolgte innerhalb der regulären Parameter auf der asphaltierten Oberfläche der Piste. Der Zwischenfall ereignete sich erst beim anschließenden Entlastungsvorgang, als die Besatzung die Landebahn verlassen sollte, um das Flugzeug in Richtung des Terminalgebäudes zu steuern.

Für das Verlassen der Bahn war der zugewiesene Taxiway B3 vorgesehen. Beim Einbiegen in diesen Verbindungsweg verlor das Flugzeug den notwendigen Halt auf der markierten Rollbahnfläche. Die Boeing 737 Max 8 steuerte über den äußeren Rand des Asphalts hinaus. Bild- und Videomaterial von Augenzeugen sowie Dokumentationen der Flughafenüberwachung zeigen, dass die Maschine die Kurve nicht präzise passierte und mit dem Bugfahrwerk sowie den beiden Hauptfahrwerken im direkt angrenzenden Rasenstreifen zum Stillstand kam. Da der Boden durch vorangegangene Wetterereignisse aufgeweicht war, sanken die schweren Reifen tief in das Erdreich ein, was eine Weiterfahrt aus eigener Kraft unmöglich machte.

Evakuierung der Fluggäste und logistische Herausforderungen der Bergung

Unmittelbar nach dem Stillstand des Flugzeugs aktivierte die Flugsicherung die Notfallkette des Flughafens Montreal. Die Flughafenfeuerwehr und mobile Rettungsdienste rückten zur Position auf dem Taxiway B3 aus, um die Situation zu bewerten. Da keine sichtbare Beschädigung der Treibstofftanks vorlag und keine Rauchentwicklung festgestellt wurde, entschied die Einsatzleitung gegen eine fluchtartige Evakuierung über die Notrutschen. Stattdessen wurden die Passagiere und die Besatzung über mobile Fluggasttreppen direkt auf dem Rollfeld aus der Maschine geleitet und mit Bussen zum Terminal transportiert.

Die Bergung der Boeing 737 Max 8 gestaltete sich aufgrund des Einsinkens im Erdreich als technisch anspruchsvoll. Um strukturelle Schäden am Fahrwerk und am Rumpf zu vermeiden, mussten Spezialgeräte des Flughafens angefordert werden. Unter anderem kamen Hebekissen und Schleppfahrzeuge zum Einsatz, um die Maschine kontrolliert anzuheben und zurück auf die befestigte Rollbahn zu ziehen. Während dieser Arbeiten blieb die Landebahn 06L für den landenden und startenden Flugverkehr gesperrt, was bei nachfolgenden Flügen zu Verspätungen und einzelnen Umleitungen führte. Das betroffene Flugzeug wurde nach der Bergung in einen Wartungshangar geschleppt, wo Gutachter eine detaillierte Inspektion der tragenden Strukturen und der Bremsanlagen durchführen.

Untersuchungsansätze der Transportsicherheitsbehörde

Das Transportation Safety Board of Canada hat die Ermittlungen vor Ort aufgenommen, um den Hergang lückenlos zu rekonstruieren. Die Ermittler konzentrieren sich dabei auf drei potenzielle Faktorenkomplexe: menschliches Fehlverhalten, technische Defekte oder unzureichende Oberflächenbeschaffenheit. Im Fokus steht die Auswertung des Stimmenrekorders aus dem Cockpit sowie des Flugdatenschreibers, um die exakte Rollgeschwindigkeit zum Zeitpunkt des Abbiegevorgangs und die Lenkbefehle der Piloten zu analysieren.

Ein weiterer Aspekt der Untersuchung betrifft den Zustand der Bremsen und des Bugradlenksystems der Boeing. Es muss ausgeschlossen werden, dass ein technisches Versagen, beispielsweise ein Blockieren der Räder oder ein Ausfall der hydraulischen Steuerung, das Abkommen von der Bahn verursacht hat. Zudem prüfen die Behörden die Reibungswerte auf dem Taxiway B3 am 9. Juli 2026. Feuchtigkeit, Gummiabrieb älterer Flugzeuge oder Verunreinigungen auf dem Asphalt können die Haftung der Reifen bei Kurvenfahrten erheblich reduzieren, was insbesondere bei schweren Verkehrsmaschinen zu einem Untersteuern führen kann. Die Ergebnisse des vorläufigen Untersuchungsberichts werden in den kommenden Monaten erwartet.

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