Boeing 737-800 (Foto: Nisarg Vyas).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Irische Lessoren fordern Abmeldung von vier Boeing 737 Max bei indischer Spicejet

Werbung

Die indische Billigfluggesellschaft Spicejet sieht sich mit erneuten rechtlichen und finanziellen Forderungen aus der internationalen Leasingbranche konfrontiert.

Zwei namentlich nicht genannte irische Flugzeugleasinggesellschaften haben bei der indischen Luftfahrtbehörde DGCA (Directorate General of Civil Aviation) die offizielle Abmeldung von insgesamt vier gemieteten Maschinen des Typs Boeing 737 Max beantragt. Ein entsprechendes behördliches Dokument bestätigt das Einreichen des Antrags. Spicejet, die seit längerer Zeit mit Liquiditätsengpässen und operativen Problemen kämpft, gab zu dem laufenden Verfahren vorerst keine Stellungnahme ab.

Dieser Schritt der irischen Leasinggeber erfolgt im Rahmen des sogenannten IDERA-Verfahrens (Irrevocable De-Registration and Export Request Authorization), das im Rahmen der Kapstadt-Konvention geregelt ist. Dieses internationale Abkommen ermöglicht es Eigentümern von Luftfahrzeugen, bei Zahlungsverzug oder Vertragsbrüchen die Herausgabe und den Export ihrer Vermögenswerte schnell einzufordern. Für Spicejet bedeutet das angestrengte Verfahren ein erhebliches Risiko für den laufenden Flugbetrieb, da der Entzug von vier modernen Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen mitten in der laufenden Reiseperiode zu spürbaren Kapazitätsengpässen und Flugausfällen im eigenen Streckennetz führen kann.

Luftfahrtanalysten betonen, dass dieser Vorfall in eine Reihe langwieriger Auseinandersetzungen zwischen indischen Fluggesellschaften und globalen Leasingfirmen passt. Bereits in der Vergangenheit hatten Leasinggeber wie Avolon, SMBC Aviation Capital und Celestial Aviation rechtliche Schritte gegen Spicejet eingeleitet, um ausstehende Mietzahlungen einzutreiben oder Flugzeuge vorzeitig zurückzufordern. Die anhaltenden Streitigkeiten belasten den Ruf des indischen Luftfahrtmarktes, da internationale Finanziers vermehrt die rechtliche Durchsetzbarkeit von Eigentumsrechten in Indien hinterfragen, insbesondere nach der Insolvenz der Konkurrentin Go First, bei der die Flugzeugrückgabe durch lokale Gerichtsentscheidungen über Monate blockiert wurde.

Die finanzielle Restrukturierung von Spicejet verläuft trotz angekündigter Kapitalerhöhungen und Sparmaßnahmen schleppend. Die Fluggesellschaft leidet unter hohen Treibstoffpreisen, starkem Konkurrenzdruck durch den Marktführer IndiGo und Altlasten aus der Corona-Krise sowie dem temporären weltweiten Flugverbot der Boeing 737 Max in den Vorjahren. Sollte es dem Management nicht gelingen, kurzfristig eine außergerichtliche Einigung mit den irischen Gläubigern zu erzielen, droht dem Unternehmen ein weiterer Verlust von Marktanteilen im hart umkämpften indischen Binnenmarkt.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung