Embraer 190-E2 in Werkslackierung (Foto: Jan Gruber).
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Embraer Phenom 300EV: Neue Cockpit-Technologie und Kabinenmodifikationen für den Leichtjet

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Embraer hat eine weiterentwickelte Version seiner Phenom-300-Baureihe unter dem Namen Phenom 300EV angekündigt. Die Auslieferung des modernisierten zweistrahligen Geschäftsreiseflugzeugs soll im Jahr 2028 beginnen.

Zu den wesentlichen technischen Neuerungen gehört die Integration des Sicherheitssystems Garmin Emergency Autoland. Dieses System ermöglicht im Fall einer Dienstunfähigkeit des Piloten eine vollautomatische Landung des Flugzeugs. Damit reagiert der brasilianische Hersteller auf die steigende Nachfrage nach hochentwickelten Sicherheits- und Assistenzsystemen im Segment der leichteren Businessjets.

Neben dem Autoland-System umfasst die Avionik-Ausstattung des Typs Garmin G3000 Prodigy Touch zusätzliche Überwachungsfunktionen wie eine automatische Bremse sowie verbesserte Systeme zur Situationserkennung auf Start- und Landebahnen. Ein neu entwickelter elektronischer Controller steuert zudem das Ruder-by-Wire-System. Leistungsseitig gibt der Hersteller eine nominale Reichweite von bis zu 2.055 Seemeilen an. Durch ein erhöhtes maximales Leergewicht steigt die Nutzlastkapazität um rund 430 Pfund. In der Kabine wird eine verbesserte Satelliten-Konnektivität über erdnahe Umlaufbahnen angeboten, die über Gogo Galileo oder optional Starlink realisiert wird.

Branchenexperten bewerten die kontinuierliche technologische Aufrüstung des Musters als notwendigen Schritt, um sich gegen Konkurrenzmodelle wie die Cessna Citation CJ4 Gen2 oder die Pilatus PC-24 zu behaupten. Allerdings wirft der hohe Grad an Automatisierung im Cockpit auch Fragen in der Fachwelt auf. Einige Luftfahrtexperten mahnen, dass die zunehmende Abhängigkeit von Autopilot- und Autolandsystemen die manuellen Flugfertigkeiten von Piloten im Notfall schwächen könnte. Zudem verweisen Kritiker auf die langen Vorlaufzeiten: Bis zum geplanten Auslieferungsstart im Jahr 2028 könnten Mitbewerber bereits eigene technologische Upgrades auf den Markt gebracht haben, was den Vorsprung der neuen Phenom-Variante relativieren könnte.

Für Betreiber von Charterflotten und Privatnutzer stellt die Einführung des Modells zudem eine finanzielle Kalkulationsfrage dar. Zwar verspricht der Hersteller durch moderne Komponenten wie Lithium-Ionen-Batterien und einen vereinfachten Wartungsprozess eine Reduzierung der Ausfallzeiten, doch die Anschaffungs- und Umrüstungskosten für die neuen Digitalsysteme und Satellitenantennen sind erheblich. Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit der Phenom 300EV wird sich somit erst nach den ersten Zulassungen durch die europäische Luftfahrtbehörde EASA und die US-amerikanische FAA im realen Flugbetrieb unter Beweis stellen müssen.

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