Der Flughafen Köln/Bonn hat kurz vor dem Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen eine neu gestaltete Sicherheitskontrollstelle in Betrieb genommen. Nach einer mehrmonatigen Umbauphase stehen den Reisenden elf Kontrollspuren zur Verfügung, die flächendeckend mit neuer Computertomographie-Technologie (CT-Scanner) ausgestattet sind.
Die Flughafengesellschaft investierte rund 25 Millionen Euro in dieses Projekt, das ein zentraler Bestandteil des laufenden Modernisierungsprogramms mit dem Namen „Next Chapter“ ist. Mit der technischen Erneuerung soll die Abfertigung der Passagiere beschleunigt und der Ablauf an den Kontrollpunkten effizienter gestaltet werden.
Durch den Einsatz der dreidimensionalen CT-Technologie entfällt für Passagiere das Auspacken von elektronischen Geräten und Flüssigkeiten aus dem Handgepäck. Während der Flughafenbetreiber ankündigte, dass die Obergrenze für die Mitnahme von Flüssigkeiten auf zwei Liter pro Behältnis steigt, bleibt die rechtliche Umsetzung dieses Vorteils im europäischen Luftraum komplex. Aufgrund von Sicherheitsbedenken hinsichtlich der automatischen Erkennungssysteme hatte die Europäische Kommission zuvor zeitweise eine Rückkehr zum strengen 100-Milliliter-Limit für bestimmte Scanner-Klassen angeordnet. Die tatsächliche Erleichterung für Reisende hängt somit weiterhin von den dynamischen regulatorischen Vorgaben der europäischen Luftfahrtbehörden ab.
Die Umgestaltung ist zudem mit einer organisatorischen Neuausrichtung verbunden. Seit dem 1. Januar 2025 organisiert die Flughafen Köln/Bonn GmbH die Passagier- und Gepäckkontrollen gemäß dem Luftsicherheitsgesetz in Eigenregie, während die Bundespolizei weiterhin die Fachaufsicht behält. Für die operative Durchführung wurde der private Dienstleister Securitas beauftragt. Diese Übertragung der Steuerungsverantwortung, die zuvor bereits an den Flughäfen Frankfurt und Berlin vollzogen wurde, ermöglicht dem Betreiber zwar eine flexiblere Personalplanung über das eigene Kontrollzentrum, verlagert jedoch auch das wirtschaftliche und operative Risiko bei Personalengpässen oder Tarifkonflikten direkt auf die Flughafengesellschaft.
Die Investition in Höhe von 25 Millionen Euro erfolgt in einer für Regionalflughäfen wirtschaftlich volatilen Phase. Um die Ausgaben zu refinanzieren, ist der Flughafen auf eine kontinuierliche Auslastung durch Fluggesellschaften wie Eurowings angewiesen. Höhere Infrastrukturkosten könnten jedoch mittelfristig Einfluss auf die Attraktivität des Standorts für preisrelevante Marktsegment-Anbieter haben. Ob die neuen Kontrollspuren die Wartezeiten während der anstehenden reisestarken Sommertage tatsächlich maßgeblich senken können, wird sich unter den realen Bedingungen des anstehenden Ferienverkehrs zeigen.