Auf der Ankunftsebene des Hamburger Flughafens hat eine neue Apotheke unter der Marke „metropolitan pharmacy“ den Betrieb aufgenommen. Betrieben von der Metropolitan Group, bietet die Verkaufsstelle auf rund 100 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Sortiment aus klassischen pharmazeutischen Produkten sowie Drogerie- und Reiseartikeln an.
Die Einrichtung ist an 365 Tagen im Jahr jeweils von 07:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Das Angebot richtet sich neben Fluggästen und Besuchern auch an die Angestellten des Flughafenstandorts sowie an Bewohner der umliegenden Stadtteile.
Die Ansiedlung ist Teil der Bemühungen der Flughafen Hamburg GmbH, die Erlöse aus dem Geschäft jenseits des reinen Flugbetriebs zu stabilisieren. Laut der Geschäftsführung um Berit Schmitz soll die Apotheke die Nahversorgung am Flughafen verbessern. Um auch Kunden aus dem Umland anzusprechen, die nicht fliegen, bietet das Geschäft ab einem Mindesteinkaufswert von 30 Euro ein kostenfreies Parken für bis zu zwei Stunden an. Dieser Ansatz zeigt, dass der Flughafen versucht, sich als lokales Dienstleistungszentrum für die Nachbarschaft zu etablieren, um den Leerstand in den öffentlichen Terminalbereichen zu reduzieren und zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Die Metropolitan Group ist als Betreiber in der deutschen Luftfahrtbranche etabliert. Das Unternehmen führt bereits an mehreren großen Verkehrsflughäfen, darunter in Frankfurt, München und Düsseldorf, spezialisierte Apothekenfilialen. Diese Standorte profitieren von den rechtlichen Sonderregelungen der Bundesländer für Verkaufsstellen an Bahnhöfen und Flughäfen. Während herkömmliche Apotheken an Sonn- und Feiertagen nur im Rahmen des Notdienstes öffnen dürfen, erlaubt das Ladenöffnungsgesetz an großen Verkehrsknotenpunkten einen durchgehenden Betrieb. Dies verschafft Flughafenapotheken einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem klassischen Einzelhandel in den Innenstädten.
Allerdings ist der Betrieb einer Flughafenapotheke mit logistischen und finanziellen Hürden verbunden. Die Mieten an Verkehrsflughäfen liegen über dem Niveau normaler Geschäftsstraßen, was Betreiber dazu zwingt, einen großen Teil des Umsatzes über margenstarke Zusatzprodukte wie Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel und freiverkäufliche Reisemedizin zu erzielen. Zudem erfordern die langen Öffnungszeiten an sieben Tagen die Woche einen hohen Personaleinsatz in Zeiten eines allgemeinen Fachkräftemangels in der Pharmaziebranche. Ob sich der neue Standort in Hamburg wirtschaftlich trägt, wird daher von der realen Kaufkraft der Passagiere und der Akzeptanz durch die Anwohner abhängen.