Die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines führt mit der Einführung des Airbus A321XLR ein verändertes Kabinenlayout in ihrer Economy Plus ein. In jeweils einer Reihe pro Flugzeug wird der Mittelsitz durch einen fest installierten Tisch ersetzt, um Fluggästen auf den verbleibenden Fenster- und Gangplätzen mehr Ablagefläche und Bewegungsfreiheit zu bieten.
Diese Konfiguration soll in allen 50 bestellten Maschinen dieses Typs umgesetzt werden. Der Verkaufsstart für diese Plätze ist noch für dieses Jahr vorgesehen, während die konkreten Tarife erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Zudem prüft das Unternehmen eine Übertragung dieses Konzepts auf andere Flugzeugmuster.
Nach Angaben von Andrew Nocella, Chief Commercial Officer bei United Airlines, zielt die Maßnahme darauf ab, das Angebot in den verschiedenen Buchungsklassen zu diversifizieren. Der Airbus A321XLR, der ab Herbst im Liniendienst eingesetzt werden soll, wird im vorderen Bereich zudem mit 32 Premium-Plätzen der Business Class ausgestattet. Die Flugzeuge erhalten unter anderem größere Handgepäckfächer, eine im Heck platzierte Snackbar sowie Bildschirme mit Bluetooth-Verbindung an jedem Platz. United Airlines setzt damit als voraussichtlich einzige US-Fluggesellschaft auf diese Dreier-Zweier-Konvertierung in der Mittelstreckenflotte, nachdem bereits für Anfang 2027 ein Liegeflächen-Konzept für Langstreckenmaschinen der Typen Boeing 787 und Boeing 777 angekündigt wurde.
Branchenexperten bewerten die Einführung von blockierten Mittelsitzen auf der Langstrecke als den Versuch, das europäische Geschäftsreise-Modell auf den amerikanischen Markt zu übertragen. Während in Europa der freie Mittelsitz in der Business Class auf Kurzstrecken Standard ist, versucht United Airlines hier, eine neue Zwischenklasse für preissensible Geschäftsreisende und anspruchsvolle Privatzahler im Transatlantikverkehr zu etablieren. Luftfahrtanalysten weisen jedoch darauf hin, dass die Reduzierung der Sitzplatzkapazität pro Flugzeug das Risiko birgt, die Stückkosten pro angebotenem Sitzplatzkilometer zu erhöhen. Ob Passagiere bereit sind, den entsprechenden Aufpreis für den wegfallenden Mittelsitz zu zahlen, muss sich nach dem Verkaufsstart auf den internationalen Routen ab Anfang 2027 zeigen.