Airbus A220-300 (Foto: Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH).
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Intensivierung der Zollkontrollen am Flughafen Berlin Brandenburg führt zu veränderten Aufgriffsmengen

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Die Einsatzkräfte des Hauptzollamts Potsdam haben am Flughafen Berlin Brandenburg im Jahr 2025 die Kontrollmaßnahmen bei Passagieren, Gepäckstücken und Frachtgütern deutlich ausgeweitet. Aus einer Bilanz der Behörde geht hervor, dass das vergrößerte Kontrollvolumen mit einer höheren Gesamtzahl an festgestellten Verstößen einherging, während die prozentuale Trefferquote im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückging.

Das gestiegene Kontrollaufkommen steht in direktem Zusammenhang mit einem neuen Höchststand im Passagierverkehr des Hauptstadtflughafens, über den im selben Zeitraum rund 26 Millionen Reisende abgewickelt wurden. Neben den traditionellen Schwerpunkten wie der Versteuerung von Tabakwaren und der Überwachung des Bargeldverkehrs stiegen insbesondere die Sicherstellungsmengen im Bereich der Rauschgiftkriminalität deutlich an. Großfunde bei illegalen Substanzen verzerrten die statistischen Gesamtmengen stark, obwohl die absolute Zahl der einzelnen Drogenaufgriffe rückläufig war. Zugleich verzeichnete die Zollbehörde eine kontinuierliche Zunahme von Verstößen gegen bestehende Artenschutzbestimmungen.

Statistischer Überblick und Dynamik der Trefferquote

Im Verlauf des Jahres 2025 kontrollierte der Zoll am Flughafen Berlin Brandenburg etwa 662.000 Gepäckstücke, Fluggäste und Frachtobjekte. Dies entspricht einer Zunahme der Überprüfungen um 32,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der dabei registrierten Beanstandungen stieg ebenfalls an und kletterte von rund 7.650 auf über 9.200 Fälle, was einen Anstieg um etwa 21 Prozent bedeutet. Da die Menge der Kontrollen jedoch stärker wuchs als die Zahl der Beanstandungen, sank die rechnerische Trefferquote von 1,57 Prozent im Jahr 2023 auf 1,4 Prozent im Jahr 2025.

Das Hauptzollamt Potsdam betont in diesem Zusammenhang, dass die reine Fallzahl oder die prozentuale Aufgriffsquote keine eindeutige Aussage über das tatsächliche Schmuggelaufkommen oder die Effizienz der Beamtinnen und Beamten zulässt. Die Zuverlässigkeit der Daten hängt von zahlreichen Faktoren ab, zu denen neben der personellen Verfügbarkeit und der gezielten Risikoanalyse auch der Zufall bei der Entdeckung von Einzelfällen zählt. So können vereinzelte Großaufgriffe die Jahressummen stark nach oben verschieben, ohne dass daraus zwingend ein allgemeiner Trend im Schmugglerverhalten abgeleitet werden kann.

Entwicklung im Bereich der Rauschgiftkriminalität

Den quantitativ größten Anteil an den festgestellten Verstößen machten zwar nach wie vor nicht angemeldete Tabakwaren aus, bei denen die zulässigen Freimengen überschritten wurden, jedoch verzeichnete der Zoll bei Betäubungsmitteln signifikante Verschiebungen. In den Jahren von 2023 bis 2025 bildeten Cannabis, Khat und Amphetamine die am häufigsten sichergestellten Drogenarten. Hinzu kamen geringere, aber regelmäßig erfasste Mengen von Kokain, Heroin und Methylamphetamin.

Bei der Kaugewächspflanze Khat, die vorwiegend aus Nordostafrika und von der Arabischen Halbinsel eingeführt wird, lagen die Beschlagnahmemengen mit insgesamt fast 600 Kilogramm am höchsten. Dies ist auf das spezifische Konsummuster der Pflanze zurückzuführen, bei dem pro Anwendung größere Mengen der Blätter genutzt werden. Im Einzelbereich stachen Großfunde hervor, darunter Sicherstellungen von 20 und 50 Kilogramm Khat sowie ein Aufgriff von fünf Kilogramm Heroin.

Eine besonders deutliche Zunahme ergab sich beim Phänomenbereich Cannabis. Nachdem in den Jahren 2023 und 2024 lediglich vier beziehungsweise zehn Kilogramm sichergestellt worden waren, stieg dieser Wert im Jahr 2025 auf fast 141 Kilogramm an. Hauptverantwortlich für diesen Ausschlag war ein Vorfall im April 2025, bei dem eine Zollhündin im Gepäck zweier aus Bangkok über Doha eingereister Passagiere 68 Kilogramm Cannabis aufspürte. Dies stellte den bisher größten Einzelfund dieser Substanz seit Eröffnung des Flughafens dar. Weitere Sicherstellungen von jeweils rund 30 Kilogramm Marihuana trugen ebenfalls zu der veränderten Gesamtbilanz bei.

Gleichzeitig verringerte sich die Gesamtzahl der einzelnen Drogenfunde kontinuierlich von 731 Fällen im Jahr 2023 über 471 Fälle im Jahr 2024 auf 426 Fälle im Jahr 2025. Dies verdeutlicht, dass trotz intensiverer Überwachung insgesamt weniger Einzelpersonen mit geringen Drogenmengen angetroffen wurden, während sich der Schmuggel auf weniger, aber umso umfangreichere Transportversuche verlagerte. Dass diese Dynamik anhält, zeigte sich auch im weiteren Verlauf, als Beamte Anfang Juni 2026 am Flughafen Berlin Brandenburg 16 Kilogramm Ketamin im Gepäck eines 22-jährigen Reisenden vor dessen geplantem Abflug nach Hongkong entdeckten.

Bargeldkontrollen und Zunahme von Artenschutzdelikten

Neben der Betäubungsmittelkriminalität bilden Barmittelkontrollen ein zentrales Aufgabenfeld der Beamtinnen und Beamten am Flughafen. Gesetzlich sind Reisende verpflichtet, mitgeführte Zahlungsmittel ab einem Gesamtwert von 10.000 Euro bei der Ein- oder Ausreise aus der Europäischen Union unaufgefordert schriftlich anzumelden. In den vergangenen drei Jahren registrierte der Zoll am Flughafen Berlin Brandenburg kontinuierlich Verstöße im hohen dreistelligen Bereich. Der bedeutendste Einzelfund im Jahr 2025 betraf dabei eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich, die unberechtigt transportiert wurde.

Ein stetiges Wachstum verzeichnen die Ermittler bei Verstößen gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen und nationale Schutzbestimmungen. Während im Jahr 2023 insgesamt 61 Fälle erfasst wurden, stieg diese Zahl im Jahr 2024 auf 78 und erreichte im Jahr 2025 schließlich 88 Fälle. Unter den beschlagnahmten Gegenständen befanden sich am häufigsten geschützte Korallenarten sowie ungenehmigter Kaviar. Der überwiegende Teil dieser Verstöße wurde von den Behörden als Ordnungswidrigkeit eingestuft und mit Geldbußen geahndet. Nur in einem geringen Prozentsatz der Fälle lagen die rechtlichen Voraussetzungen für die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens vor.

Bei der Durchführung der Kontrollen im Passagierbereich und an den Gepäckförderanlagen greift das Hauptzollamt Potsdam auf ausgebildete Diensthunde zurück. Die Tiere werden gezielt auf das Aufspüren von vier spezifischen Stoffgruppen konditioniert: Tabakwaren, Bargeld, Rauschgift und artengeschützte Exemplare. Aus taktischen Gründen und zur Einhaltung von Sicherheitsstandards macht die Behörde keine genauen Angaben zur exakten Anzahl der am Flughafen Berlin Brandenburg eingesetzten Diensthunde. Die Kombination aus risikobasierter Personalkontrolle, technischer Überprüfungsinfrastruktur und dem Einsatz von Spürhunden bleibt das primäre Instrumentarium der Zollverwaltung, um den gesetzlichen Prüfauftrag an den Außengrenzen der Europäischen Union wahrzunehmen.

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