Der Düsseldorfer Reisekonzern Alltours bündelt seine Last-Minute-Angebote unter einem neuen Namen und hat den Vertrieb der Veranstaltermarke „a&b kurzfristreisen“ gestartet. Unter dem Kürzel ABK fasst das Unternehmen künftig kurzfristige Urlaubsangebote der beiden konzerneigenen Marken Alltours und Byebye zusammen.
Das Produktportfolio richtet sich an Reisende mit einem Buchungshorizont von maximal 90 Tagen vor dem geplanten Abreisedatum. Das Sortiment umfasst zunächst Flugpauschalreisen in stark nachgefragte europäische Zielgebiete und soll in den kommenden Wochen um weitere Destinationen sowie reine Hotelkontingente ausgebaut werden. Die Angebote sind über Reisebüros, Online-Reiseportale sowie über die konzerneigenen Direktvertriebskanäle buchbar.
Mit der Einführung der neuen Marke reagiert das Reiseunternehmen auf Veränderungen im Buchungsverhalten deutscher Urlauber. Zwar verzeichnen Reiseveranstalter nach wie vor eine hohe Nachfrage bei Frühbuchern, gleichzeitig setzt sich jedoch der Trend zu spontanen Reiseentscheidungen fort, der durch schwankende Flugkapazitäten und flexible Stornierungsbedingungen verstärkt wird. Durch die Konzentration der Restplätze unter einer separaten Vertriebsmarke versucht der Konzern, freie Kontingente bei Fluggesellschaften und Hotelpartnern effizienter zu vermarkten und die Auslastung zu sichern.
Aus Branchensicht birgt der Ausbau des Kurzfristsegments für Reiseveranstalter allerdings auch wirtschaftliche Risiken. Während Last-Minute-Produkte bei Verbrauchern die Erwartung günstiger Preise wecken, stehen Reisekonzerne vor der Herausforderung, trotz hoher Treibstoffkosten und gestiegener Hotelpreise auskömmliche Margen zu erzielen. Zudem führt der Trend zu kurzfristigen Buchungen für die Veranstalter zu geringerer Planungssicherheit bei der Abnahme von Flug- und Bettenkapazitäten. Marktbeobachter verweisen darauf, dass die Eröffnung einer spezialisierten Untermarke vor allem dazu dient, den Preisdruck im regulären Kataloggeschäft von Alltours abzufedern.
Der Erfolg des neuen Angebots wird maßgeblich davon abhängen, wie attraktiv das Preis-Leistungs-Verhältnis für spontan Entschlossene im Vergleich zu den Angeboten anderer großer Reisekonzerne wie TUI oder Dertour ausfällt. Für die Vermittler in den Reisebüros bedeutet der zusätzliche Veranstaltercode ABK eine weitere Differenzierung im ohnehin unübersichtlichen Angebot des dynamischen Pauschalreisemarktes.