Die GE-Aerospace-Tochter Unison und der Hamburger Instandhaltungskonzern Lufthansa Technik haben eine auf 15 Jahre angelegte Vereinbarung im Bereich der Triebwerkswartung unterzeichnet.
Im Rahmen des Abkommens übernimmt Lufthansa Technik als exklusiver, von Unison autorisierter Partner in Europa die Wartung, Reparatur und Überholung (MRO) von Zündsystemen für die Triebwerksserie CFM Leap. Die Arbeiten betreffen die Varianten Leap-1A, Leap-1B sowie Leap-1C, die unter anderem in Verkehrsflugzeugen der Baureihen Airbus A320neo, Boeing 737 Max und Comac C919 verbaut sind. Die Instandsetzung von Komponenten wie Zündgeräten und Zündkabeln wird in den Werkstätten von Lufthansa Technik in Hamburg durchgeführt.
Unison liefert für die Abwicklung der Serviceaufträge Originalteile sowie die benötigten technischen Daten und berechtigt Lufthansa Technik zur eigenständigen Garantieabwicklung für die bearbeiteten Bauteile. Die Kooperation stärkt die MRO-Kapazitäten für die weltweiten Leap-Flotten, die mit zunehmendem Alter der Flugzeuge häufigere Wartungsintervalle bei Komponenten der Zündsysteme erfordern. Trotz der vertraglichen Bindung bei den genannten Baugruppen betonen beide Unternehmen, dass sie in anderen Geschäftsfeldern der Flugzeuginstandhaltung weiterhin als eigenständige Wettbewerber am Markt agieren.
Das Abkommen fällt in eine Phase hoher Auslastung im zivilen Triebwerksmarkt. Das CFM-Leap-Triebwerk, das vom Joint Venture CFM International zwischen GE Aerospace und Safran Aircraft Engines produziert wird, gehört zu den meistgenutzten Antrieben der modernen Mittelstreckenluftfahrt. Durch die hohe Anzahl im Einsatz befindlicher Flugzeuge steigt der Bedarf an verlässlichen Überholungskapazitäten in Europa. Die Bündelung von Herstellerkompetenz und regionaler Werkstattkapazität soll Engpässe in der Lieferkette abfedern und die Standzeiten der Maschinen am Boden verkürzen.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die langfristige Sicherung von Wartungsverträgen für MRO-Dienstleister essenziell ist, um bestehende Standortkapazitäten auszulasten. Gleichzeitig erfordert die Betreuung moderner Triebwerksgenerationen kontinuierliche Investitionen in Spezialwerkzeuge und qualifiziertes Fachpersonal. Ob die Kooperation die erwarteten Durchlaufzeiten im Hamburger Werk bei steigendem Fracht- und Passagieraufkommen konstant halten kann, hängt von der kontinuierlichen Bauteilverfügbarkeit seitens des Herstellers ab.