Die türkische Nationalfluggesellschaft Turkish Airlines hat im Rahmen der Farnborough Airshow eine Vereinbarung mit dem kanadischen Simulatorenhersteller CAE geschlossen. Der Vertrag sieht die Lieferung von fünf Full-Flight-Simulatoren (FFS) und zwei Flight-Training-Devices (FTD) vor. Zudem wurden Optionen für zwei weitere Vollflugsimulatoren vereinbart.
Die Neuanschaffungen verteilen sich auf Trainingsgeräte für die Flugzeugmuster Airbus A321neo, Airbus A350 sowie Boeing 787. Sie sollen ab 2027 schrittweise im neuen Schulungszentrum der Fluggesellschaft in Istanbul installiert werden, dessen vollständige Inbetriebnahme für das Jahr 2028 vorgesehen ist.
Die Investition ist Teil eines auf zehn Jahre angelegten Programms zur Erweiterung der internen Pilotenausbildung. Turkish Airlines verfolgt das Ziel, ihre aktive Flugzeugflotte bis zum Jahr 2033 auf rund 800 Maschinen nahezu zu verdoppeln. Dementsprechend steigt der jährliche Bedarf an qualifiziertem Cockpitpersonal für Schmal- und Großraumflugzeuge. Um Abhängigkeiten von externen Schulungsanbietern zu reduzieren, baut die Airline ihre eigenen Kapazitäten am Heimatdrehkreuz gezielt aus. Die Zusammenarbeit mit CAE besteht in diesem Bereich bereits seit über zwei Jahrzehnten.
Trotz des Ausbaus der eigenen Ausbildungsinfrastruktur steht die Fluggesellschaft vor personellen und organisatorischen Hürden. Der weltweite Mangel an Cockpitpersonal und qualifizierten Fluglehrern erschwert die fristgerechte Rekrutierung für das angestrebte Flottenwachstum. Zudem hängen die Zeitpläne für den Trainingsbetrieb maßgeblich vom Baufortschritt des neuen Ausbildungszentrums sowie den Zulassungsprozessen der Flugsimulatoren durch die zuständigen Luftfahrtbehörden ab. Verzögerungen bei den Auslieferungen von bestellten Flugzeugen durch die Hersteller Airbus und Boeing können zudem die Bedarfsplanung für Schulungsstunden kurzfristig verschieben.
Mit dem Kauf der Simulatoren sichert sich Turkish Airlines feste Ausbildungszeiten für ihre Bestands- und Nachwuchspiloten auf den gängigen Musterreihen. Die flexibel gestalteten Verträge mit Optionen erlauben es der Fluggesellschaft, die Kapazitäten im Schulungszentrum je nach tatsächlichem Flott zulauf in den kommenden Jahren anzupassen. Dennoch bleibt die Refinanzierung der teuren Trainingsgeräte an eine kontinuierlich hohe Auslastung und den tatsächlichen Ausbau des Streckennetzes gebunden.