Die deutsche Fluggesellschaft Eurowings nimmt im Hinblick auf den Flugplan der Winterperiode 2026/2027 Änderungen an ihrer Streckenführung vor und stärkt die Abflugbasis am Flughafen Berlin Brandenburg. Die Tochtergesellschaft der Lufthansa erweitert ihr Angebot ab der Bundeshauptstadt um Direktverbindungen zu europäischen Städterezielen, darunter Porto, Bilbao, Lissabon und Sarajevo.
Einige dieser Routen waren bereits in den Sommermonaten im Programm enthalten und werden aufgrund der festgestellten Nachfrage nun auch in der kalten Jahreszeit fortgeführt. Ergänzend dazu plant die Airline temporäre Verbindungen vom Flughafen Köln/Bonn in die georgische Hauptstadt Tiflis sowie eine Intensivierung der bestehenden Codeshare-Kooperation mit der Fluggesellschaft SunExpress. Diese Anpassungen spiegeln den Versuch wider, die Flottenauslastung außerhalb der Hauptreisesaison stabil zu halten und das Angebot für Städtereisende sowie Familienbesuche anzupassen.
Ausbau der Verbindungen ab dem Flughafen Berlin Brandenburg
Am Flughafen Berlin Brandenburg baut Eurowings das Flugangebot für die kommende Winterperiode schrittweise aus. Die portugiesische Küstenstadt Porto sowie die nordspanische Industriemetropole Bilbao werden ab Berlin zweimal wöchentlich angeflogen. Ab Dezember 2026 kommen zwei weitere europäische Hauptstädte hinzu: Lissabon und Sarajevo.
Die Entscheidung, diese Strecken in den Winterflugplan aufzunehmen, basiert auf den Fluggastzahlen der vorangegangenen Sommermonate. Das Management der Fluggesellschaft nutzt damit die Strategie, saisonal erprobte Routen ganzjährig im Programm zu halten. Neben dem klassischen Urlaubsverkehr zielen die Verbindungen nach Südeuropa und Südosteuropa auch auf Reisende ab, die Verwandte besuchen oder Geschäftsreisen in diese Regionen unternehmen. Durch die Aufstockung des Flugprogramms festigt Eurowings ihre Position als eine der führenden Fluggesellschaften am Standort Berlin Brandenburg, wo sie sich im Wettbewerb mit internationalen Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet behaupten muss.
Saisonal ergänztes Streckennetz ab Köln/Bonn
Zusätzlich zu den Aktivitäten in der Hauptstadregion nimmt Eurowings Anpassungen am Standort Köln/Bonn vor. Für die Monate Dezember 2026 und Januar 2027 ist ein zeitlich begrenzter Flugbetrieb in die georgische Hauptstadt Tiflis vorgesehen. Diese Streckenführung spricht vor allem den Bedarf in der Reisezeit um den Jahreswechsel an.
Saisonale Strecken dieser Art dienen Fluggesellschaften dazu, bestehende Flugzeugkapazitäten in Monaten mit allgemein geringerer Auslastung gezielt einzusetzen. Tiflis hat sich in den vergangenen Jahren zu einem nachgefragten Ziel für Kulturreisen und Verwandtenbesuche entwickelt. Nach Ablauf der zweimonatigen Phase soll die Verbindung evaluiert werden, bevor über eine erneute Wiederaufnahme in künftigen Flugplanperioden entschieden wird.
Vertiefung der Kooperation mit SunExpress
Ein weiterer Baustein der Netzwerkanpassungen betrifft das sogenannte Codesharing mit der Fluggesellschaft SunExpress, einem Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines. Im Rahmen dieser Vereinbarung können Kunden Flüge der SunExpress nach Antalya unter Flugnummern von Eurowings buchen.
Die Partnerschaft erstreckt sich mittlerweile auf Routen ab zehn europäischen Städten. Neben Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Nürnberg und Stuttgart gehören auch die Standorte Graz, Prag und Stockholm zu diesem Netz. Durch die gegenseitige Nutzung der Vertriebskanäle erhöhen beide Unternehmen ihre Reichweite, ohne eigene zusätzliche Flugzeuge auf den entsprechenden Strecken einsetzen zu müssen. Für die Fluggäste ergeben sich daraus erweiterte Buchungsmöglichkeiten und flexiblere Kombinationen bei der Reiseplanung an die türkische Riviera.
Branchenkontext und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Anpassungen im Winterflugplan erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Herausforderungen in der europäischen Zivilluftfahrt. Fluggesellschaften stehen vor der Aufgabe, auf schwankende Nachfragen, gestiegene Betriebskosten und Kapazitätsengpässe flexibel zu reagieren. Die Wintermonate gelten in der Branche traditionell als ertragsschwächer im Vergleich zur Sommersaison, weshalb der gezielten Ausrichtung des Streckennetzes auf rentable Nischen eine wichtige Rolle zukommt.
Mit der Fokussierung auf europäische Städteziele und der Zusammenarbeit mit Partnergesellschaften versucht Eurowings, das finanzielle Risiko im Fluggastgeschäft zu minimieren. Die Reaktionen am Markt werden zeigen, ob die angebotenen Frequenzen nach Portugal, Spanien, Bosnien-Herzegowina und Georgien die erwartete Auslastung erreichen und wie dauerhaft sich diese Verbindungen im Flugplan etablieren können.