Die Fluggesellschaft Air France und Extime Travel, eine Marke des Flughafenbetreibers Groupe ADP, haben das gemeinsamen Programm „Paris Stopover“ gestartet. Das Angebot richtet sich an internationale Transferpassagiere am Drehkreuz Paris-Charles-de-Gaulle, die dort bei einer Mindestumsteigezeit von 27 Stunden eine mehrtägige Unterbrechung ihrer Flugreise einlegen möchten.
Das Angebot kombiniert Flugbuchungen mit Hotelübernachtungen, Transfers und Ausflugspaketen für Zeiträume von einer bis vier Nächten. Ziel der Maßnahme ist es, den Anteil von Umsteigepassagieren zur Steigerung der touristischen Wertschöpfung in der Region Île-de-France zu nutzen.
Die Einführung basiert auf Marktforschungen, nach denen rund die Hälfte aller ankommenden Air-France-Passagiere in Charles-de-Gaulle auf Anschlussflüge umsteigt. Eine Befragung des Forschungsinstituts Chaire Pégase zeigte, dass bei Passagieren aus Nicht-EU-Staaten beträchtliches Interesse an Zwischenstopps besteht. Treiber sind unter anderem erleichterte Einreise- und Transitbestimmungen, wie der Wegfall von Flughafentransitvisa für Staatsangehörige aus Ländern wie Indien oder Brasilien. Die angebotenen Bausteine umfassen Transfers, Unterkünfte in der Vier- bis Fünf-Sterne-Kategorie sowie Fahrten zu Sehenswürdigkeiten oder Freizeitparks.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stellt das Programm einen Versuch dar, die Wettbewerbsposition des Pariser Luftfahrtdrehkreuzes gegenüber konkurrierenden Drehkreuzen im Nahen Osten und in Europa zu stärken. Fluggesellschaften wie Emirates, Qatar Airways oder Turkish Airlines nutzen vergleichbare Stopover-Modelle seit Jahren erfolgreich zur Auslastung ihrer Streckennetze und zur Wirtschaftsförderung an ihren Heimatflughäfen. Das Pariser Modell stützt sich dabei auf die Kooperationsvereinbarung „Connect France“, welche die operative Abstimmung zwischen der Fluggesellschaft Air France-KLM und dem Flughafenbetreiber Groupe ADP vertiefen soll.
Nichtsdestotrotz stehen dem Konzept auch organisatorische und infrastrukturelle Herausforderungen gegenüber. Die Inanspruchnahme von Stopover-Angeboten hängt maßgeblich von effizienten Passkontroll- und Gepäckprozessen am Flughafen Charles-de-Gaulle ab, der in der Vergangenheit wiederholt wegen langer Wartezeiten in der Kritik stand. Zudem erfordert die reibungslose Abwicklung eine verlässliche Anbindung des Flughafens an das Pariser Stadtzentrum. Ob das Zusatzangebot bei den Zielgruppen die gewünschte Nachfrage erzeugt, wird davon abhängen, wie wettbewerbsfähig die Paketpreise im Vergleich zu eigenständig gebuchten Aufenthalten ausfallen.