Airbus A320neo (Foto: Steffen Lorenz).
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Hohe Kerosinkosten drücken Easyjet-Gewinn

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Die britische Fluggesellschaft Easyjet hat ihre vorläufigen Finanzergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Der Zeitraum bis zum 30. Juni 2026 war von gegensätzlichen Einflüssen geprägt.

Während eine anhaltende Nachfrage im Segment der kurzfristigen Buchungen verzeichnet wurde, führten geopolitische Spannungen im Nahen Osten und drastisch gestiegene Treibstoffkosten zu einem deutlichen Rückgang des Vorsteuergewinns. Das Ergebnis vor Steuern sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 286 Millionen Pfund auf 85 Millionen Pfund. Trotz dieses Rückgangs hält das Management an seinen mittelfristigen Finanzzielen fest und nimmt personelle sowie organisatorische Umstrukturierungen im Vorstand vor, um die operative Leistungsfähigkeit weiter zu festigen.

Belastungen durch Treibstoffpreise und geopolitische Einflüsse

Die wirtschaftliche Entwicklung von Easyjet im dritten Quartal wurde wesentlich durch das externe Marktumfeld beeinflusst. Der Ausbruch des Nahostkonflikts im März 2026 und die darauffolgenden Bedenken bezüglich der weltweiten Treibstoffversorgung führten zu einer vorübergehenden Kaufzurückhaltung bei Verbrauchern. Gleichzeitig stiegen die Kerosinkosten spürbar an. Die Treibstoffkosten pro angebotenem Sitzplatzkilometer stiegen um 13 Prozent, was zu einer absoluten Ausgabensteigerung von 105 Millionen Pfund im Vergleich zum Vorjahr führte. Im April 2026 erreichten die Treibstoffpreise für den nicht abgesicherten Teil des Verbrauchs einen Höchststand von rund 1.800 US-Dollar pro Tonne.

Die Fluggastkapazität, gemessen in angebotenen Sitzplatzkilometern, stieg im Jahresvergleich um 3 Prozent, während die reine Sitzplatzkapazität um 1 Prozent zulegte. Insgesamt beförderte die Fluggesellschaft im Berichtsquartal 25,8 Millionen Passagiere. Die Sitzplatzauslastung lag bei 88,9 Prozent und verfehlte den Vorjahreswert damit um einen Prozentpunkt. Der Gesamterlös pro angebotenem Sitzplatzkilometer verringerte sich um 3 Prozent, was jedoch eine Verbesserung gegenüber dem Buchungsstand von Mai 2026 darstellte. Die Nicht-Treibstoffkosten entwickelten sich im Rahmen der Prognosen und stiegen um 3 Prozent.

Entwicklung der Pauschalreisesparte und strategische Partnerschaften

Einen stabilisierenden Faktor im Gesamtwachstum bildete die Tochtergesellschaft Easyjet Holidays. Die Pauschalreiseeinheit erwirtschaftete im dritten Quartal einen Vorsteuergewinn von 84 Millionen Pfund nach 86 Millionen Pfund im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Währungsbereinigt entsprach dies einem Zuwachs von 7 Prozent. Die Kundenanzahl stieg im selben Zeitraum um 8 Prozent. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen bei den Kundenzahlen von Easyjet Holidays mit einem Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, ausgehend von einer Basis von 3,1 Millionen Kunden im Vorjahr.

Um das Angebot im Städtereisesegment auszubauen, hat Easyjet Holidays eine Vereinbarung mit der Expedia Group unterzeichnet. Zudem soll der Vertrieb über Partnerschaften mit mehr als 500 Einzelhändlern in deutschen Innenstädten erweitert werden. Parallel dazu laufen Vorbereitungen für die Einführung eines überarbeiteten Kundenbindungsprogramms im Geschäftsjahr 2027. Durch die beschleunigte Ausmusterung von Flugzeugen des Typs Airbus A319 und die Umstellung auf größere Modelle strebt der Konzern in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 jährliche Einsparungen von etwa 250 Millionen Pfund an.

Operative Leistungskennzahlen und Personalentscheidungen im Vorstand

Trotz der finanziellen Einbußen im Quartalsergebnis verbesserten sich die operativen Kennzahlen des Unternehmens. Die Pünktlichkeitsrate seit Jahresbeginn stieg um 2 Prozentpunkte auf 78 Prozent. Die von der Fluggesellschaft ermittelte Kundenzufriedenheit erhöhte sich um 3 Prozentpunkte auf 84 Prozent, während der Wert bei Easyjet Holidays bei 85 Prozent lag.

In der Führungsebene des Konzerns kommt es zu personellen Veränderungen. Der bisherige Chief Operating Officer, David Morgan, gibt seine Funktion ab und wechselt als Pilot zurück in das Cockpit der Fluggesellschaft. Seine Nachfolge als COO tritt Sophie Dekkers an, die zuvor als Chief Commercial Officer tätig war und seit knapp zwei Jahrzehnten im Unternehmen arbeitet. Die Position des Chief Commercial Officer übernimmt zum 1. September 2026 Daniel Skjeldam, der unter anderem Führungserfahrung bei Norwegian Air Shuttle vorweist. Zu seinen Aufgaben gehört die Betreuung des neuen Treueprogramms sowie der Ausbau von Angeboten im Bereich der Geschäftsreisen.

Ausblick auf das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2027

Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 liegen die Ticketerträge derzeit auf dem Niveau des Vorjahres, während der Auslastungsfaktor zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert liegt. Das Unternehmen verzeichnet weiterhin einen hohen Anteil an kurzfristigen Buchungen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet Easyjet mit einem Kapazitätswachstum bei den Sitzplätzen von etwa 3 Prozent. Der Treibstoffbedarf für das vierte Quartal ist zu 79 Prozent zu einem Preis von 786 US-Dollar pro Tonne abgesichert.

Erste Indikatoren für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 weisen bei einem Buchungsstand von 19 Prozent auf einen Anstieg der Ticketerträge im mittleren einstelligen Prozentbereich hin. Das Management bekräftigte das Ziel, unter normalisierten Marktbedingungen mittelfristig einen Vorsteuergewinn von mehr als 1 Milliarde Pfund zu erreichen.

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