Southwest Airlines am Flughafen Los Angeles (Foto: David Syphers/Unsplash).
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Prognoseanpassungen und steigende Treibstoffkosten belasten die US-Luftfahrtbranche im zweiten Halbjahr 2026

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Die US-amerikanischen Fluggesellschaften American Airlines und Southwest Airlines haben ihre Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigiert.

Der Hauptgrund für diese betriebswirtschaftlichen Anpassungen liegt in erneut stark gestiegenen Kerosinpreisen, die aus veränderten Marktbedingungen und erneuten Störungen der Schifffahrtsrouten sowie geopolitischen Konflikten im Nahen Osten resultieren. Während Vorsteuergewinne und Gewinnspannen bei mehreren Fluggesellschaften schrumpfen, zeigt sich in der gesamten Branche eine deutliche Spaltung: Unternehmen mit einem hohen Anteil an internationalen Verbindungen und Premium-Angeboten gelingt es eher, die steigenden Kosten über höhere Ticketpreise an die Fluggäste weiterzugeben, während Inlandscarrier und Billigfluggesellschaften unter erheblichem Marge-Druck stehen.

Entwicklungen bei American Airlines und Auswirkung auf die Quartalszahlen

American Airlines hat ihre Ganzjahreserwartung für 2026 revidiert. Die Fluggesellschaft geht nun von einem korrigierten Ergebnis je Aktie aus, das zwischen einem Verlust von 0,65 US-Dollar und einem Gewinn von 0,65 US-Dollar liegt. In früheren Schätzungen war der Vorstand noch von einer Spanne zwischen minus 0,40 US-Dollar und plus 1,10 US-Dollar ausgegangen. Für das dritte Quartal 2026 rechnet die Airline trotz eines prognostizierten Umsatzwachstums von 16 bis 19 Prozent mit einem bereinigten Verlust zwischen 0,10 und 0,70 US-Dollar je Aktie.

Diese Schätzungen basieren auf einem angenommenen durchschnittlichen Kerosinpreis von rund 3,75 US-Dollar pro Gallone. Es handelt sich um die zweite Korrektur innerhalb weniger Monate, nachdem das Management bereits im April 2026 vor zusätzlichen Belastungen von mehr als 4 Milliarden US-Dollar durch die Treibstoffpreisentwicklung gewarnt hatte. Zwar verzeichnete American Airlines im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 16,7 Milliarden US-Dollar, doch fiel der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 599 Millionen US-Dollar auf 71 Millionen US-Dollar ab, da der Anstieg der Treibstoffausgaben um 2,2 Milliarden US-Dollar nur teilweise durch höhere Einnahmen kompensiert werden konnte.

Kursanpassung und Neuausrichtung des Geschäftsmodells bei Southwest Airlines

Auch die in Dallas ansässige Fluggesellschaft Southwest Airlines passte ihre finanziellen Zielgrößen an das veränderte Umfeld an. Das Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr 2026 nun mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie in einer Spanne von 3,25 bis 4,25 US-Dollar, nachdem zuvor ein Zielwert von mindestens 4,00 US-Dollar angestrebt worden war. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Ausgaben für Treibstoff bei Southwest im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 900 Millionen US-Dollar.

Als Reaktion auf den Kostendruck nimmt Southwest Dämpfungen beim Kapazitätswachstum vor. Die geplante Kapazitätserhöhung für das Gesamtjahr wird von 2,0 Prozent auf etwa 1,5 Prozent gesenkt. Gleichzeitig versucht die Fluggesellschaft, durch Änderungen in ihrem kommerziellen Modell Zusatzerträge zu erwirtschaften. Dazu gehören die Abkehr von der bisherigen freien Sitzplatzwahl hin zu fest zugewiesenen Sitzplätzen, die Einführung von Gebühren für aufgegebenes Gepäck und Sitzplätze mit größerer Beinfreiheit sowie der Ausbau von Firmenkundenprogrammen.

Preisschwankungen am Kerosinmarkt und weltweite Branchenprognosen

Die Volatilität der Treibstoffpreise im Sommer 2026 erschwert den Fluggesellschaften die langfristige Budgetierung. Nach Angaben von Marktdatenanbietern wie Argus fiel der Kassamarktpreis für Flugbenzintreibstoff Anfang Juli 2026 zunächst auf etwa 2,81 US-Dollar pro Gallone, bevor er bis zum 22. Juli 2026 wieder auf rund 3,65 US-Dollar anstieg. Der internationale Luftfahrtverband IATA hat darauf hingewiesen, dass das hohe Preisniveau bei den Treibstoffen die weltweiten Gewinne der Luftfahrtbranche im Jahr 2026 etwa halbieren könnte.

Die Reaktionen innerhalb der US-Luftfahrtbranche fallen je nach Geschäftsmodell unterschiedlich aus. Alaska Air Group hatte bereits im April 2026 ihre Jahresprognose ausgesetzt, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal mit Kerosinpreisen von durchschnittlich 4,50 US-Dollar pro Gallone gerechnet hatte, was Mehrkosten von rund 600 Millionen US-Dollar bedeutete. In der Folge reduzierte Alaska Air in den Monaten Mai und Juni 2026 das Flugangebot, um die Verluste zu begrenzen.

Divergenz im Luftfahrtsektor und Einfluss von Netzstruktur und Kundensegmenten

Im Gegensatz zu den Gewinnwarnungen bei American Airlines und Southwest Airlines zeigten sich Delta Air Lines und United Airlines widerstandsfähiger gegenüber den Kostensteigerungen. Delta bekräftigte am 10. Juli 2026 bei der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal ihre Jahresprognose von 6,50 bis 7,50 US-Dollar je Aktie und rechnet für das dritte Quartal mit einem durchschnittlichen Kerosinpreis von etwa 3,15 US-Dollar pro Gallone.

United Airlines hob ihre Jahresprognose sogar auf 9,00 bis 11,00 US-Dollar je Aktie an, obwohl die Fluggesellschaft für das Gesamtjahr 2026 mit zusätzlichen Treibstoffkosten von fast 6 Milliarden US-Dollar gegenüber der ursprünglichen Jahresanfangsplanung rechnet. Allein die Preisanstiege seit Anfang Juli 2026 belasten die Bilanz von United im dritten Quartal mit schätzungsweise 575 Millionen US-Dollar.

Die Ursachen für diese gegensätzliche Entwicklung liegen nach Branchenanalysen vor allem in der Struktur der jeweiligen Streckennetze und der Kundensegmente. Fluggesellschaften mit einem ausgebauten internationalen Flugnetz und einer starken Nachfrage im Premium- und Business-Segment verfügen über eine höhere Preissetzungsmacht. Dadurch gelingt es diesen Anbietern besser, gestiegene Treibstoffkosten über höhere Fahrpreise an die Kundschaft weiterzugeben. Fluggesellschaften mit einem Schwerpunkt auf dem inländischen Freizeitverkehr stehen hingegen vor der Herausforderung, dass Preiserhöhungen rasch zu einer Dämpfung der Nachfrage führen können.

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