Eine Erhebung der auf den Gastgewerbesektor spezialisierten Agentur Online Birds verdeutlicht die Verschiebungen bei der digitalen Auffindbarkeit von Beherbergungsbetrieben im deutschsprachigen Raum.
Aus der Auswertung des sogenannten „AI Prompt Scores“, der die Präsenz von Hotels in den Ausgaben generativer Assistenten wie ChatGPT oder Google Gemini bemisst, geht hervor, dass 34,3 Prozent der untersuchten Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz in keiner relevanten KI-Empfehlung auftauchen. Die Untersuchung basiert auf mehreren hundert Analysen von Hotelbetrieben im Zeitraum zwischen März und Juni 2026.
Der ermittelte Durchschnittswert liegt bei lediglich 2,5 Punkten, wobei nahezu 60 Prozent der erfassten Häuser fünf oder weniger Punkte erreichen. Demgegenüber stehen einzelne Betriebe mit Werten von über 600 Punkten, was auf eine ungleiche Verteilung der Sichtbarkeit hinweist. Fachleute begründen diese Differenzen mit der Funktionsweise moderner Sprachmodelle, die bei Suchanfragen nicht mehr ausschließlich auf die klassische Suchmaschinenoptimierung einzelner Internetseiten zurückgreifen. Stattdessen aggregieren die Algorithmen eine Vielzahl strukturierter Quelldaten aus unterschiedlichen Kanälen.
Für den Gastgewerbesektor bedeutet dieser Wandel, dass die Pflege der eigenen Internetseite allein nicht mehr ausreicht, um in den automatisierten Empfehlungslisten berücksichtigt zu werden. Sprachmodelle bewerten das Zusammenspiel maschinenlesbarer Daten, wie etwa Schema-Markup-Auszeichnungen, redaktioneller Erwähnungen, Präsenzen in sozialen Netzwerken und Bewertungen auf Buchungsplattformen. Fehlen diese abgestimmten Signale oder weisen sie Widersprüche auf, ordnen die Systeme die Betriebe bei spezifischen Buchungsanfragen nicht als relevante Antwort ein.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz bei der Reiseplanung den Wettbewerb um die direkte Kundenansprache weiter verschärft. Während etablierte Online-Reisebüros durch umfangreiche Datenbestände in den Ausgabezeilen der Assistenten stark vertreten sind, drohen kleinere Privathotels ohne technische Anpassungen den direkten digitalen Zugang zu potenziellen Gästen zu verlieren. Die Entwicklung zwingt die Betriebe zu Investitionen in maschinenlesbare Datenstrukturen, um im automatisierten Empfehlungsmarkt auffindbar zu bleiben.