Der Flughafen Bremen erweitert sein Streckennetz in Richtung Südeuropa. Ab dem 25. Oktober 2026 nimmt die irische Fluggesellschaft Ryanair eine direkte Flugverbindung nach Lamezia Terme im süditalienischen Kalabrien auf. Der Flugplan sieht zwei wöchentliche Rotationen vor, die jeweils freitags und sonntags bedient werden.
Damit reagiert die Airline auf das anhaltende Interesse an Urlaubsdestinationen im Mittelmeerraum und schließt eine Lücke im regionalen Angebot für Nordwestdeutschland. Lamezia Terme dient dabei sowohl als Zugang zur Region Kalabrien als auch als Ausgangspunkt für Weiterreisen in Richtung Süditalien und Sizilien.
Sowohl die Leitung des Flughafens Bremen als auch das Management der Fluggesellschaft heben die Relevanz der Verbindung für den regionalen Markt hervor. Flughafengeschäftsführer Marc Cezanne verwies auf die spürbare Nachfrage nach Direktverbindungen nach Italien aus dem Einzugsgebiet. Die Wiederaufnahme von Flügen in den italienischen Süden markiert eine Fortführung der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Bremer Airport und dem Billigflieger, der an dem Standort seit vielen Jahren eine feste Größe im Passagierverkehr darstellt.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stärkt die neue Route die Auslastung des Flughafens Bremen außerhalb der Sommersaison. Die Anbindung von Urlaubsregionen im Herbst und Winter gewinnt für Regionalflughäfen an Bedeutung, um saisonale Schwankungen im Passagieraufkommen abzufedern. Lamezia Terme reiht sich in eine Reihe von Streckenaufnahmen ein, mit denen Ryanair seine Präsenz an deutschen Sekundärflughäfen im Winterhalbjahr sichert.
Kritische Marktbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass Streckenentscheidungen von Low-Cost-Anbietern stark von kurzfristigen Rentabilitätsprüfungen abhängen. Die Beständigkeit des neuen Flugangebots wird maßgeblich davon beeinflusst werden, wie stabil die Buchungszahlen außerhalb der Hauptferienzeiten bleiben. Für den Flughafen Bremen bleibt die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden im Point-to-Point-Verkehr ein wesentlicher Faktor bei der langfristigen Netzplanung.